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Alpwirtschaft als Arbeitsmarkt

Seit 2011 betreiben Grossens das Beizli in der Rüebihütte. Bild: Susanne Keller
Seit 2011 betreiben Grossens das Beizli in der Rüebihütte. Bild: Susanne Keller

Bauern, Sennen, Bürolisten mit Lust auf Abwechslung und Aushilfearbeiter aus halb Europa: Sie alle treffen sich in den Sommermonaten auf der Alp. Giorgio Hösli kennt den Arbeitsmarkt Alpwirtschaft wie kaum ein Zweiter. Als 20-Jähriger verbrachte der gelernte Grafiker einen ersten Sommer auf der Alp und wurde süchtig, wie er sagt. Er stehe dazu, ein «Erlebnisälpler» zu sein, sagt Hösli.

Er ist nicht nur ein Liebhaber, sondern längst ein Experte. 3000 Stellen werden pro Jahr auf zalp.ch ausgeschrieben, der Internetseite für Älplerinnen und Älpler, die er betreut. Etwa die Hälfte der Alpbetriebe in der Schweiz würde von Bauernfamilien betrieben, im Besitz oder in Pacht, sagt Giorgio Hösli. Die andere Hälfte teilten sich angestellte Sennen, erfahrene Älpler aus dem In- und Ausland, Aussteiger oder Temporärälpler und Hilfskräfte. Bei manchen stehe das Erlebnis, bei anderen mehr das dringend benötigte Einkommen im Vordergrund.

Laut Hösli hat der Direktvertrieb von Alpkäse stark zugenommen, begünstigt durch den Wanderboom und die Gewohnheit, von einem Ausflugsort «ein Souvenir mitzunehmen». An populären Orten sei dies eine «Chance für die Alpwirtschaft», sagt Hösli, schränkt aber ein, nicht jeder Bauer sei auch ein guter Verkäufer, und oft gehe das Zusatzgeschäft auf Kosten der Erholung. Für die Bauern, die deshalb Personal suchten, sei die Auswahl knifflig: «Wenn einer eine gute Stelle auf einer grösseren Alp ausschreibt, erhält er an einem Vormittag 40 Anrufe.»

Viele Interessierte hätten aber eine romantische Vorstellung vom Leben auf der Alp und ­seien den Anforderungen nicht gewachsen. Und reich wird man als Angestellter nicht auf der Alp: Die auf zalp.ch publizierten empfohlenen Richtlöhne pro Tag variieren zwischen 120 Franken (unerfahrene Aushilfe) und 240 Franken (verantwortlicher Senn mit mindestens vier Jahren Erfahrung). (mmw)

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