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Amag-Gründer Haefner wird 100 Jahre alt

Walter Haefner, der das grösste Autohaus der Schweiz begründet hat, blickt auf eine lebhafte Unternehmerkarriere zurück. Redaktion Tamedia zeigt die wichtigsten Stationen.

Am kommenden Montag feiert Walter Haefner, Gründer und Besitzer der AMAG-Gruppe, seinen 100. Geburtstag. Er ist einer der erfolgreichsten Schweizer Unternehmer: Sein Konzern beschäftig gut 4'700 Mitarbeiter und nimmt jährlich um die 4,2 Milliarden Franken ein. Doch angefangen hat das Leben Haefners sehr bescheiden.

Am 13. September 1910 wurde Haefner in die kinderreiche Familie eines Missionars geboren. Seine Eltern waren wenig begütert – für den Besuch des Handelsgymnasiums war Walter Haefner auf Unterstützung des Staates angewiesen.

Mit Erspartem die erste Firma gegründet

Doch Haefner zeigte früh unternehmerischen Ehrgeiz: Nach der Handelsmatura 1929 arbeitete er bei Shell und bei der Wädenswiler Motul, die als kleines Unternehmen die grossen Mineralölmarken herausforderte. General Motors holte Haefner schliesslich als Gebietsleiter für die Nordostschweiz. Da war er noch keine 30 Jahre alt.

Beim Ausbruch des Zweiten Weltkriegs stieg Haefner aus. Sein Erspartes steckte er in ein eigenes Unternehmen, das Holzkohlegeneratoren herstellte und unter dem Namen Autark vertrieb. Das kriegsgeplagte Europa verlangte nach den Geräten: Innert weniger Jahre lieferte Haefner nach Ungarn, Tschechien und Portugal.

Grosserfolg 1948

Die Generatoren liess Haefner in einer Werkstätte mit dem Namen AMAG herstellen. Als der Besitzer der Garage Konkurs geht, übernimmt er sie und gründet am 3. Januar 1945 die «Neue AMAG Automobil- und Motoren AG». Als im Mai der Krieg endete, war Haefner bereit: Er importierte Jeeps, englische Standard-Automobile, Chrysler, Dodge und Plymouth. In Schinznach-Bad baute Haefner die Montage Suisse, sein erstes Montagewerk. Noch heute befinden sich in der Aargauer Gemeinde Vertrieb und Kundendienst des Konzerns.

Walter Haefner war längst etablierter Unternehmer, als ihm ein entscheidender Schritt gelang: Im April 1948 schloss er mit Volkswagen einen Vertrag als Importeur. Im Mai kamen die ersten 50 VW Käfer in die Schweiz, bis Ende Jahr waren es deren 1380. Rasch wurde der Volkswagen zum beliebtesten Auto der Schweizer. Die Marken der Volkswagen AG sind es bis heute geblieben.

Haefner wurde in der Schweiz mit VW gross: Er bot Servicestationen an, baute ein effizientes Händlernetz auf, startete grosse Werbekampagnen. Noch ist die AMAG mit den Marken Volkswagen, Skoda, Audi, SEAT, VW Nutzfahrzeuge und Porsche das grösste Automobilunternehmen unseres Landes.

Schenkung an das Kunsthaus Zürich

Weniger bekannt sind die verschiedensten anderen Unternehmen, die Haefner gegründet hat. Sie haben wenig oder gar nichts mit dem Autogewerbe zu tun: Novelectric, Novelair, Mobag, Aufina, Automation Center. Zu Beginn der 1970er Jahre investierte Haefner in den USA in die immer bedeutungsvoller werdende Informatik- und Computerbranche. Heute ist seine Holding mit über 20 Prozent an einem der weltweit grössten Software-Anbieter, der CA Technologies, beteiligt.

Der Privatmann Haefner, der sich stets im Hintergrund hielt, ist ein Freund der Malerei und der Musik. Zeugnis seiner Sammlertätigkeit gab die Schenkung von Künstlern wie Monet, Degas, Van Gogh oder Chagall, die er 1995 dem Kunsthaus Zürich vermachte. Haefner bedankte sich damit nach eigenen Angaben für die Unterstützung, die ihm Stadt und Kanton in seiner Jugend gewährten. In den 1960er Jahren gründete Haefner ausserdem die Alberto Giacometti-Stiftung mit, war Vorstand bei der Zürcher Kunstgesellschaft und spendete an das Opernhaus und das Zürcher Kammerorchester.

Diskrete Spenden

Bereits in den 1950-er Jahren organisierte er Ausfahrten für alte Menschen. Dabei kutschierten AMAG-Kunden im Frühling Betagte aus Heimen und Spitälern durch die Landschaft. Junge Talente förderte der Unternehmer mit seinen Spenden an die ETH. Mit seiner Stiftung finanzierte er ausserdem Operationen für Kinder mit Hasenscharten in verschiedenen Entwicklungsländern. Viele der Engagements sind öffentlich nie gross bekannt geworden.

2005 hat Walter Haefner die Führung der Careal Holding an seinen Sohn Martin Haefner übergeben. Die Leitung der Moyglare Stud Farm hat heute seine Tochter Eva-Maria Bucher-Haefner inne.

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