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Amazon vergrault Bestsellerautoren

Zwischen den grossen US-Verlagen und dem Onlinehändler ist ein Streit um die Buchpreisbindung entbrannt.

Lagerhalle von Amazon: In den USA werden 40 Prozent aller Bücher beim Onlinehändler gekauft. Foto: David Paul Morris (Bloomberg)
Lagerhalle von Amazon: In den USA werden 40 Prozent aller Bücher beim Onlinehändler gekauft. Foto: David Paul Morris (Bloomberg)

Der Konflikt zwischen Amazon und den führenden US-Verlagen geht bereits in die dritte Woche. Je länger eine Lösung ausbleibt, desto mehr verliert der Internetkonzern den Rückhalt der Leser und einiger seiner Bestsellerautoren.

Wie immer, wenn es um Fragen seiner Marktmacht geht, schweigt Jeff Bezos. Der Amazon-Chef hat sich öffentlich noch mit keiner Silbe zum Konflikt und zum Vorwurf der missbräuchlichen Preisbildung geäussert. Im Detail ist nicht einmal klar, worum beide Seiten überhaupt streiten. Bekannt ist, dass Hachette der erste der fünf in den USA führenden Verlage ist, der einen vor drei Jahren erzielten Vergleich neu verhandeln muss. Die Druckversuche von Amazon zeigen, dass Bezos diesmal die Verlage zu deutlich grösseren Zugeständnissen bewegen will als vor drei Jahren. Ganz offensichtlich hat er mit den Verlegern auch noch eine Zeche zu begleichen: Sie hatten es nämlich gewagt, den ruinösen Billigstpreisen von Amazon ihr eigenes, profitables Konzept gegenüberzustellen und dafür Apple als Partnerin zu gewinnen. Statt 9,99 Dollar bei Amazon kosteten die Neuerscheinungen bei Apple 13,99 Dollar. Dumm war nur, dass diese Preisabsprache als illegales Kartell betrachtet, von Amazon angefochten und von einem Gericht vor zwei Jahren untersagt wurde.

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