«Andreas Meyer verlor das Vertrauen»

Hat Bundesrätin Simonetta Sommaruga etwas mit dem Rücktritt des SBB-Chefs zu tun? Was braucht die Bahn nun? Tamedia-Chefredaktor Arthur Rutishauser zum Knall bei der Bahn.

«Ich nehme an, dass die neue Uvek-Chefin Simonetta Sommaruga nicht sehr zufrieden war mit dem SBB-Chef, sonst hätte sie ihm öffentlich das Vertrauen ausgesprochen»: Arthur Rutishauser.

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Andreas Meyer, CEO der SBB, hat am Mittwoch in Bern seinen Rücktritt verkündet. Er wird das Unternehmen spätestens per Ende 2020 verlassen. Der Zeitpunkt für die Ankündigung seines Rücktritts entspreche seiner Intention, vor dem 60. Altersjahr eine neue berufliche Phase einzuleiten.

Wie viel Freiwilligkeit im Rücktritt Meyers steht, das bleibt offen. Arthur Rutishauser, Chefredaktor der Redaktion Tamedia sagt im Video-Interview (siehe oben): «Ich nehme an, dass die neue Uvek-Chefin Simonetta Sommaruga nicht sehr zufrieden war mit dem SBB-Chef, sonst hätte sie ihm ja öffentlich das Vertrauen ausgesprochen.»

Die Bundesrätin ihrerseits sagt heute, der SBB-Chef habe sie schon im Frühling über seine Rücktrittsabsichten informiert. Sie habe «Verständnis dafür, dass er nach 13 Jahren an der Spitze der SBB nun noch etwas Anderes tun möchte».

«Andreas Meyer hat grosse Verdienste für die SBB und den öffentlichen Verkehr in der Schweiz», heisst es in einer Erklärung der Verkehrsministerin. Er habe die SBB modernisiert und mehr Geld für den Unterhalt beschafft. Unter seiner Führung hätten die SBB das Angebot stark ausgebaut und gleichzeitig dafür gesorgt, dass die Preise stabil geblieben seien.

Von einer Vertrauenskrise spricht die die Gewerkschaft des Verkehrspersonals (SEV). Das Vertrauen der Eisenbahnerinnen und Eisenbahner in ihre Führung sei zurzeit klein, schreibt der SEV heute zu Meyers Rücktritt. Er fordert deshalb die SBB-Spitze auf, diese Signale ernst zu nehmen und auf das Personal zu hören, das den Bahnbetrieb letztlich mache. Auch Arthur Rutishauser sieht hier ein Problem: «Andreas Meyer verlor das Vertrauen der Bevölkerung und in der Politik.»

(red.)

Erstellt: 04.09.2019, 13:22 Uhr

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