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Apple stimmt Trump mit einer Milliarde gütig

Der iPhone-Konzern investiert in den USA. Es ist für Apple eine günstige Massnahme, um sich mit Präsident Donald Trump besserzustellen.

Skeptische Blicke: Donald Trump bei einem Treffen mit Investor und Unterstützer Peter Thiel (Mitte) und Apple-Chef Tim Cook (rechts).
Skeptische Blicke: Donald Trump bei einem Treffen mit Investor und Unterstützer Peter Thiel (Mitte) und Apple-Chef Tim Cook (rechts).
Shannon Stapleton, Reuters

Donald Trump ist nicht gut auf Apple zu sprechen. Wiederholt kritisierte er im Wahlkampf, dass die Produkte des Konzerns in Asien zusammengebaut würden und nicht in den Vereinigten Staaten. Apple solle «seine verdammten Computer und Dinge gefälligst in den USA herstellen», wetterte er einmal. In einer anderen Rede rief er gar zu einem Boykott auf. Er reagierte damit auf die Weigerung Apples, nach dem Attentat in San Bernadino der Bundespolizei FBI bei der Entschlüsselung des iPhones des Täters behilflich zu sein.

Die Abneigung ist gegenseitig. Apple-Chef Tim Cook gehörte im Wahljahr zu einer Taskforce, die den Republikaner im Weissen Haus verhindern wollte. Immer wieder kritisierte er Trump, zuletzt, nachdem der inzwischen gewählte Präsident seinen umstrittenen Einreisestopp eingeführt hatte. «Das ist eine Politik, die wir nicht unterstützen. Ohne Einwanderung würde es Apple nicht geben», schrieb Cook damals und meinte damit Firmengründer Steve Jobs, der syrische, deutsche und Schweizer Wurzeln hatte. Cook beteiligte sich zudem an einer Klage gegen das Dekret.

Industriejobs in den USA

Doch am Präsidenten der weltgrössten Volkswirtschaft kommt auch Apple nicht vorbei. Deshalb kündigte der iPhone-Konzern nun ein Projekt an, das Trump gefällt. Er richtet einen mit vorerst einer Milliarde Dollar ausgestatteten Fonds ein, dessen Ziel die Schaffung von Stellen in den USA ist. Der «Advanced Manufacturing Fund» wird in vielversprechende Jungunternehmen investieren, die ihre Produkte im Inland herstellen.

Dadurch könne man eine positive Kettenreaktion auslösen, sagte Cook bei einem Interview mit dem Fernsehsender CNBC. «Rund um die Industriejobs werden Dienstleistungsanbieter entstehen.» Das erste Investment soll in Kürze bekannt gegeben werden. Eine Aufstockung der Mittel des neuen Fonds ist angedacht, wurde aber von Cook nicht konkretisiert. Er betonte zugleich, dass Apple selbst mehr Leute in Kalifornien anzustellen gedenke und unabhängige App-Entwickler in den USA mit Programmierkursen fördern wolle.

Ein Klacks für Apple

Eine Milliarde ist für Apple ein Klacks. Der Konzern schiebt Barreserven von 257 Milliarden Dollar vor sich her. Das ist mehr als die Währungsreserven von Kanada und Grossbritannien zusammen. Die Einzahlung in den Fonds zehrt also nur gerade 0,4 Prozent des Cash-Polsters auf. Insofern ist es eine sehr günstige Massnahme, um Trump zu besänftigen. Der Schritt ist auch clever, weil es für Apple schlicht unsinnig wäre, die Produktion der iPhones von China und Taiwan in die USA zu verlagern. Denn in den Vereinigten Staaten fehlen die nötigen fachspezifischen Industriearbeiter und sind die Kosten zu hoch. Auch volkswirtschaftlich brächte es wenig. Denn der in Asien produzierte Mehrwert ist gering.

Apple ist nicht der erste Konzern, der Trump zu beschwichtigen versucht. Amazon-Gründer Jeff Bezos hatte den Republikaner im Wahlkampf wiederholt scharf kritisiert. Nach seiner Wahl kündigte er an, 100’000 neue Stellen im Inland schaffen zu wollen. Intel versprach, 7 Milliarden in eine neue Chipfabrik in Arizona zu investieren. Selbst der taiwanische Apple-Zulieferer Foxconn versprach Trump eine Erhöhung der Investitionen in den USA – aus Angst vor Repressalien gegenüber Importen aus Asien.

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