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Arbeitsplätze sind nicht garantiert

Schon vor dem Kauf von Syngenta durch Chemchina war der Basler nicht zimperlich beim Abbau von Stellen.

MeinungAndreas Möckli

Syngenta bleibe Syngenta. Mit diesem Mantra versuchte gestern die Spitze des Basler Agrochemiekonzerns das Unbehagen und die Unsicherheit der Mit­arbeiter und der Öffentlichkeit zu dämpfen, welche die Übernahme durch Chemchina mit sich bringt. Interims-Chef John Ramsay betonte, dass der Hauptsitz von Syngenta in der Schweiz bleibe und kein einziger Arbeitsplatz abgebaut werde. An der bisherigen Strategie werde festgehalten, doppelte Verwaltungsratspräsident Michel Demaré nach. Syngenta habe nun einfach einen neuen Alleinaktionär.

Wie lange diese Aussagen tatsächlich Gültigkeit haben, ist jedoch völlig offen. Eine eigentliche Garantie zur Sicherung der Arbeitsplätze gibt es nicht, ebenso wenig für den Schweizer Hauptsitz. Zwar hat Chemchina jene Firmen, welche der Konzern bisher übernommen hat, relativ autonom weiterarbeiten lassen. Dennoch sind Zweifel angebracht. Denn die Chinesen haben die Absicht, später einen Teil von Syngenta wieder an die Börse zu bringen. Ob Chemchina dann nicht doch zu einschneidenden Sparmassnahmen greifen wird, um den Agrochemiekonzern künftigen Investoren möglichst schmackhaft zu machen, kann heute niemand sagen. Schliesslich war Syngenta selber in der Vergangenheit nicht zimperlich, wenn es darum ging, Stellen abzubauen, um die Profitabilität zu steigern. Denkbar wäre auch eine spätere Aufteilung der Basler Firma, um einzelne Sparten an die Konkurrenz zu verkaufen.

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