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«Atomausstieg kostet nur fünf Franken pro Haushalt»

Die Umweltverbände spannen zusammen und zeigen auf, wie der Atomausstieg bis 2035 gelingen könnte. «Die Stromwende bringt maximale Sicherheit bei minimalen Kosten», versprechen sie.

Bald Geschichte?: Kühlturm des AKW Gösgen in Obergösgen SO.
Bald Geschichte?: Kühlturm des AKW Gösgen in Obergösgen SO.
Keystone

WWF, Greenpeace, Pro Natura, Energie-Stiftung und VCS haben am Donnerstag in Bern ihre Vorstellung der Stromwende präsentiert - und konkrete Zahlen ins Spiel gebracht. Ihren Berechnungen zufolge kostet der Ausstieg bis 2035 lediglich 0,1 Rappen pro Kilowattstunde oder 5 Franken pro Familienhaushalt und Jahr.

Zu diesem Ergebnis führt folgende Berechnung: Wenn sich sämtliche Investitionen in erneuerbare Energien auf 105 Milliarden Franken belaufen, werden auf der anderen Seite - durch sinkenden Verbrauch und Verkaufserlöse - auch Einkommen geschaffen. Die Verbände rechnen mit einem Plus von 105,8 Milliarden Franken.

Teilt man die Differenz von 0,8 Milliarden Franken durch den erwarteten Stromverbrauch der nächsten 25 Jahre (58 Terawattstunden pro Jahr) und die Anzahl Haushalte, so ergeben sich die 0,1 Rappen (genau genommen 0,05 Rappen) pro Kilowattstunde und die fünf Franken pro Haushalt.

«Dumm»

Dabei handelt es sich laut WWF-Chef Hans-Peter Fricker jedoch um eine rein volkswirtschaftliche Betrachtung - die Entwicklung des Strompreises etwa wurde nicht berücksichtigt.

Unter diesen Voraussetzungen wäre der Atomausstieg laut Fricker günstiger als der Bau neuer Atom- und Gaskraftwerke. Ohnehin wäre es «dumm, die Risiken der Atomkraft jetzt durch die noch grösseren Risiken des Klimawandels zu ersetzen», wird Fricker in einer gemeinsamen Mitteilung der Organisationen zitiert.

Der Weg zum Ausstieg ist nach Ansicht der Umweltschützer mit Bausteinen gepflastert, die in der Schweiz bereits existieren. Sie müssten jetzt nur «zügig umgesetzt werden», sagte Energie-Stiftungs- Geschäftsleiter Jürg Buri gemäss Mitteilung.

Hemmnisse abbauen

Die Hoffnungen ruhen insbesondere auf zwei Massnahmen: der Lenkungsabgabe, die Stromsparer belohnen soll, und der kostendeckenden Einspeisevergütung, mit der die Solarenergie gefördert werden soll.

Zudem setzen sie auf folgende Schritte, um auf 100 Prozent erneuerbare Energien umzusteigen: Beschluss zum Atomausstieg durch das Parlament, verbindliche Ziele für den Stromverbrauch, Ausbildungsoffensive für Fachleute, nur beste Geräte, Ersatzpflicht für Elektroheizungen und -boiler, Effizienzauftrag für Stromversorger und Ausbau der Netzinfrastruktur.

Für die erneuerbaren Energien sollen darüber hinaus Hemmnisse abgebaut werden - durch straffere Verfahren und klare Planungsrichtlinien.

«Der Atomausstieg ist möglich, die zehn Bausteine bringen uns ans Ziel», sagte Jürg Buri von der Energie-Stiftung gemäss Mitteilung. Allerdings hänge der Ausstieg nicht nur von der Sicherheit der alten AKW und der Förderung von Alternativen ab, sondern auch «von der Entschlossenheit von Gesellschaft und Politik».

SDA/bru

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