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Auto-Leasing wird teurer

Weitere Folge der Finanzkrise: Die Zeiten, als sich Autos billig finanzieren liessen, sind vorbei.

In Deutschland erwartet die Branche bereits deftige Preiserhöhungen. «Die Leasingraten für Neuwagen werden in den nächsten Monaten um bis zu 15 Prozent steigen», prophezeit Gerhard Fischer, Chef des grössten unabhängigen Leasinganbieters Lease Trend. Die Refinanzierung sei teurer geworden, entsprechend schnell würden die Leasingraten hochschiessen.

«Wir befinden uns noch am Rande des Orkans», beruhigt Markus Hess, Geschäftsführer des Schweizer Leasingverbands. Amag, der grösste Schweizer Autoimporteur mit starkem Leasingarm, geht langfristig von relativ stabilen Zinsen aus. Es sei aber fast unmöglich geworden, kurzfristige Trends vorauszusagen, schränkt Amag-Sprecher Donatus Grütter ein.

Wie schnell sich die Lage aber selbst bei gleich bleibenden Zinsen ändern kann, offenbart sich derzeit bei den Offroadern. Übervolle Parkplätze bei den Importeuren und immer grössere Rabatte für Neuwagen sind nur die eine Seite der Absatzkrise. Die Andere ist ein Preissturz bei Occasionen. Mit Folgen für das Leasing: So stark, wie der Restwert sinkt, so heftig steigen die Leasinggebühren. Das wiederum belastet die Verkäufe.

Dass die Schweiz eine Insel der glückseligen Autoleaser ist, glaubt kein Branchenkenner. «Die Refinanzierungskosten sind in den letzten Wochen stark gestiegen», sagt Ute Dehn, Sprecherin der GE Money Bank, der grössten Kreditbank. «Sollten die Kapitalkosten weiter auf diesem hohen Niveau verharren oder allenfalls noch steigen, werden wir unsere Preisgestaltung überdenken.» Ähnlich die CS-Tochter Bank-now: «Sollte sich mittelfristig eine klare Entwicklung hin zu steigenden Refinanzierungskosten zeigen, werden wir Zinsanpassungen prüfen», sagt Sprecher Bernhard Schmid.

Mercedes prüft Sparmassnahmen

«Unsere höheren Refinanzierungskosten werden wir aber nicht vollumfänglich auf die Kunden überwälzen können», sagt Renzo Albizzati von Mercedes-Benz Financial Services Schweiz. Denn der von der schwelenden Absatzschwäche getroffene Mutterkonzern Daimler verfolgt andere Interessen. Ihm geht es darum, viele Autos zu verkaufen. Mit der Folge, dass beim Finanzierungsarm die Marge unter Druck kommt. «Deshalb prüfen wir jetzt Optimierungs- und Sparmassnahmen auf breiter Ebene», sagt Albizzati. Ein Abbau scheint nicht mehr auszuschliessen zu sein.

«Höhere Leasingraten bedeuten nicht zwangsläufig höhere Gesamtkosten für den Kunden», sagt ein Brancheninsider, der nicht namentlich genannt sein will. Derzeit würden bei Neuwagen so hohe Preisnachlässe gewährt, dass damit die höheren Leasingkosten kompensiert würden.

Wie aber reagieren Kunden auf die Krise? «Wir spüren erste Anzeichen, dass verbrauchsgünstige kleine Autos gegenüber grösseren Modellen vorgezogen werden», sagt GE-Money-Bank-Sprecherin Ute Dehn. Was Mercedes bestätigt. «Zudem zahlten Kunden heute grössere Summen an, um so ihre Verpflichtungen über die Jahre hinaus tief zu halten», sagt Renzo Albizatti. Keine Absatzprobleme gebe es nur bei schnittigen Roadstern und schicken Coupés, denn die transportierten in erster Linie ein Lebensgefühl.

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