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Automarkt: Europa überholt erstmals die USA

Wenn Henry Ford das noch erleben könnte: Die Wirtschaftskrise hat eine Nebenwirkung mit industriepolitischen Folgen. Europa ist neu der grösste Automobilmarkt der Welt.

Die Europäer haben das Auto erfunden, die Amerikaner haben es zum Massenprodukt gemacht. Und: Die Amerikaner gründeten ihre moderne Kultur auf dem Automobil. Mittlerweile ist die Dominanz der USA bei der Automobilherstellung gebrochen, jetzt folgt ein weiterer Rückschlag: 2008 wird als das Jahr in die Geschichte eingehen, in dem Europa zum wichtigsten Automobilmarkt der Welt aufstieg.

Konkret: Insgesamt werden 2008 in Westeuropa rund 200'000 Fahrzeuge mehr verkauft als in den USA. Dies prognostiziert der Verband der Automobilindustrie in einem Bericht des «Manager Magazin». In Westeuropa – inklusive Schweiz – sollten im laufenden Jahr 13,58 Millionen Neuwagen eingelöst werden, in den USA noch 13,4 Millionen. Der Grund ist allerdings wenig erfreulich und kein Erfolgsausweis: Der Autoabsatz in Amerika bricht einfach dramatischer ein als jener in Westeuropa. Minus 17 Prozent, so das Ergebnis in den USA; minus 8 Prozent, so die Entwicklung in Europa.

Inoffiziell ist der Stabwechsel bereits vollzogen, in den ersten zehn Monaten dieses Jahres gingen in den USA 11 Millionen Fahrzeuge weg, in Westeuropa waren es laut dem Herstellerverband VDA 12,8 Millionen.

Experten erwarten, dass die USA und Westeuropa in den nächsten Jahren weiter um die Ehre wetteifern, wichtigster Automobilmarkt der Welt zu sein - ein Spitzenplatz, der keineswegs nur symbolischen Wert hat: Denn eine Automobilindustrie, die auf einem starken Heimmarkt gründet, hat auch im globalen Konkurrenzkampf gewisse Vorteile. Oder anders gesagt: Die grosse Krise der amerikanischen Automobilindustrie ist eben auch ein Spiegel der grossen Ebbe bei den amerikanischen Autokäufern.

Und langfristig scheint der Trend ohnehin klar, er weist nach Osten: Bis 2015 dürfte China zum wichtigsten Automarkt der Welt werden, rund 16 Millionen Gefährte sollen die Chinesen dann jährlich kaufen; dies erwartet das deutsche Institut für Automobilwirtschaft. Letztes Jahr gingen in China 5,3 Millionen Automobile weg.

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