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Axel Weber darf zur UBS – wenig Verständnis in Deutschland

Der ehemalige Präsident der Deutschen Bundesbank wird zur UBS wechseln können. Sein ehemaliger Arbeitgeber hat ihm die Genehmigung erteilt, unter klaren Auflagen. Aus Berlin hagelt es bereits Kritik.

Favorit für die Nachfolge von Kaspar Villiger: Axel Weber, ehemaliger Präsident der deutschen Bundesbank.
Favorit für die Nachfolge von Kaspar Villiger: Axel Weber, ehemaliger Präsident der deutschen Bundesbank.
Keystone

Die Deutsche Bundesbank hat einem Zeitungsbericht zufolge ihrem früheren Präsidenten Axel Weber die Genehmigung erteilt, künftig als Berater für die Schweizer Grossbank UBS tätig sein zu dürfen. Allerdings gelte dies erst ab dem 1. Februar 2012, berichtete die Tageszeitung «Die Welt» am Mittwoch. In einer Stellungnahme der Bundesbank, die der «Welt» vorliege, heisse es: «Der Vorstand der Bundesbank hat einem von ihrem ehemaligen Präsidenten Axel Weber ab Februar 2012 in Aussicht genommenen Mandat als Berater der UBS (...) zugestimmt.»

Eine solche Zustimmung war nach Webers Vertrag mit der Bundesbank erforderlich. Die Stellungnahme sei Weber vor einigen Tagen zugegangen. Die Währungshüter knüpfen dem Bericht zufolge an den Wechsel aber klare Bedingungen: «Bei nachfolgenden Tätigkeiten ist auf die Interessen der Bundesbank Rücksicht zu nehmen», heisst es laut «Welt» in der Stellungnahme. «Weiter darf das Ansehen der Bundesbank nicht beschädigt und das Vertrauen der Öffentlichkeit in die Bundesbank nicht beeinträchtigt werden.» Zudem müssten «Interessenkonflikte» vermieden werden.

Wenig Verständnis bei der Bundesbank

Dass Weber nur wenige Monate nach seinem Rückritt als Bundesbank-Präsident der UBS bei der Suche nach einem neuen Chef mit Rat und Tat zur Seite gestanden und den Antrag für eine Beratertätigkeit gestellt habe, habe in der Notenbank wenig Verständnis gefunden, berichtete die «Welt». «Er hat uns vor eine unglückliche Entscheidung gestellt», wurde ein Bundesbanker zitiert. Rechtlich habe die Bundesbank aber keine grosse Handhabe gegen Webers Antrag gehabt.

Kritik an Weber übte der finanzpolitische Sprecher der Grünen im Bundestag, Gerhard Schick. «Aus seiner Zeit als Bundesbankchef nimmt Axel Weber sensible Insider-Informationen über die deutsche Konkurrenz mit zu seiner künftigen UBS-Beratertätigkeit», sagte er der Zeitung. Schliesslich habe die Bundesbank als Finanzaufsicht und Krisenmanager wichtige Einblicke in Geschäftsgeheimnisse von deutschen Banken erhalten. «Insofern ist nicht auszuschliessen, dass Webers Wechsel zum Schaden des Finanzplatzes Deutschland sein wird. Besser wäre deshalb eine Karenzzeit von drei Jahren gewesen.» Aus der Europäischen Zentralbank (EZB) hiess es, die Bank habe Webers Antrag geprüft. Der Stellungnahme der Bundesbank sei nichts hinzuzufügen.

AFP/jak

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