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Banker-Boni: EU verschärft die Gangart

Als erste Wirtschaftsregion der Welt erlässt die Europäische Union strenge Regeln zu Bonus-Zahlungen an Mitarbeiter von Banken – und auch zu Rückzahlungen bei Misserfolg.

Imageproblem für die Banker: In der Bevölkerung stossen Riesenboni auf gewaltiges Unverständnis.
Imageproblem für die Banker: In der Bevölkerung stossen Riesenboni auf gewaltiges Unverständnis.
Keystone

Das Europäische Parlament verabschiedete am Mittwoch in Strassburg mit grosser Mehrheit nach der Einigung mit den EU-Staaten die neuen Regeln in erster Lesung. Erfolgreiche Banker könnten demnach schon ab 2011 nur noch 30 Prozent einer Sondervergütung sofort ausbezahlt bekommen. Die restliche Summe kann über einen längeren Zeitraum gewährt oder zurückgehalten werden, damit nur der dauerhafte Erfolg belohnt wird.

Im Fall von Verlusten müsste ein Bonus sogar zurückgezahlt werden. Die Bankenaufsicht kann Geldstrafen und andere Sanktionen verhängen, falls sich die Finanzinstitute nicht an die neuen Vorschriften halten sollten.

Ein Risiko für die Weltwirtschaft

Hohe Bonus-Zahlungen für kurzfristige Gewinne gelten als eine Ursache der Finanzkrise, weil sie den Händlern Anreize gaben, unüberschaubare Risiken einzugehen. Die EU-Gesetzgeber wollen mit den Vorgaben dafür sorgen, dass künftig der langfristige Erfolg ausschlaggebend für die Belohnungen wird.

Die Reform der Eigenkapital-Richtlinie umfasst weiterhin höhere Kapitalanforderungen für kurzfristige Bankgeschäfte, die im Handelsbuch erfasst werden, sowie für die erneute Verbriefung bereits verbriefter Bankforderungen. Die Regeln zum Handelsbuch sollen erst ab dem Jahr 2012 gelten, da die entsprechenden Vorschriften in den USA ebenfalls erst später angewendet werden.

(SDA)

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