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Barclays-Präsident tritt nach «Liborgate» zurück

Der Skandal um manipulierte Zinssätze hat einen Kopf gefordert. Der Verwaltungsratspräsident der britischen Grossbank Barclays, Marcus Agius, gibt sein Amt ab.

In Zukunft führt die Bank einen verpflichtenden Verhaltenskodex ein: Verwaltungsratspräsident Marcus Agius posiert vor einer Filiale in London. (7. September 2010)£
In Zukunft führt die Bank einen verpflichtenden Verhaltenskodex ein: Verwaltungsratspräsident Marcus Agius posiert vor einer Filiale in London. (7. September 2010)£
Reuters

Der Verwaltungsratspräsident der britischen Grossbank Barclays, Marcus Agius, ist zurückgetreten. Es tue ihm aufrichtig Leid, dass Kunden, Mitarbeiter und Aktionäre im Stich gelassen worden seien, liess Agius verlauten.

Barclays kündigte zudem eine interne Untersuchung der Vorfälle und die Entwicklung eines neuen, verpflichtenden Verhaltenskodex an. «Die Ereignisse der letzten Woche haben inakzeptable Verhaltensstandards innerhalb der Bank offengelegt und Barclays Ruf einen schweren Schlag gegeben», erklärte Agius. Als Verwaltungsratspräsident sei er der ultimative Wächter über den Ruf der Bank, weshalb er nun die Verantwortung übernehme und gehe.

«Unser aller Respekt»

Nach Aufflammen des Skandals in der vergangenen Woche hatten Politiker und Bankenexperten einen Rücktritt von Barclays- Konzernchef Bob Diamond gefordert. Dieser erklärte, Agius' Entscheidung verdiene «unser aller Respekt». Er hiess die Untersuchung der Geschäftspraktiken bei Barclays willkommen. Er werde sicherstellen, dass die Empfehlungen dieser Untersuchung umgesetzt würden.

Barclays hatte unlängst zugegeben, eine Manipulation der Zinsen im Interbanken-Verkehr versucht zu haben. Deshalb muss die Bank an die Finanzaufsichtsbehörden in den USA und Grossbritannien sowie an das US-Justizministerium eine Rekordstrafe von 290 Millionen Pfund (rund 430 Millionen Franken) zahlen.

Gegen mehrere andere Banken in Europa und den USA laufen ebenfalls Ermittlungen - darunter auch gegen die Schweizer Grossbanken UBS und Credit Suisse. Die Behörden hatten sowohl beim europäischen Zinssatz Euribor als auch beim Londoner Libor - den Zinssätzen, zu denen sich Banken untereinander Geld leihen - in den Jahren zwischen etwa 2005 und 2008 Unregelmässigkeiten entdeckt.

Der Satz beeinflusst auch Geschäfte im Derivatehandel, bei denen Billionen bewegt werden.

SDA/rub

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