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Baukartell-Skandal kommt vors Bundesverwaltungsgericht

Der Hauptangeklagte Foffa Conrad bestreitet die Vorwürfe der Weko vehement. Und zieht den Entscheid weiter.

Jetzt gibt es die erste PUK: Eine Baustelle der Firmen Bezzola Denoth und Foffa Conrad am 26. April 2018 in Scuol.
Jetzt gibt es die erste PUK: Eine Baustelle der Firmen Bezzola Denoth und Foffa Conrad am 26. April 2018 in Scuol.
Gian Ehrenzeller, Keystone
Foffa-Conrad zieht den Weko-Entscheid weiter. Blick auf eine Baustelle der Firmen Foffa Conrad und Bezzola Denoth am 26. April 2018 in Giarsun.
Foffa-Conrad zieht den Weko-Entscheid weiter. Blick auf eine Baustelle der Firmen Foffa Conrad und Bezzola Denoth am 26. April 2018 in Giarsun.
Gian Ehrenzeller, Keystone
Während des Baus sind Absprachen nötig. Treffen sich Firmenvertreter aber schon während der Ausschreibungsphase, entsteht Kartellverdacht.
Während des Baus sind Absprachen nötig. Treffen sich Firmenvertreter aber schon während der Ausschreibungsphase, entsteht Kartellverdacht.
Imago
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Eine von der Wettbewerbskommission (Weko) im Bündner Baukartell-Skandal verhängte Millionenbusse wird zum Gerichtsfall. Das mit fünf Millionen Franken am härtesten gebüsste Bauunternehmen Foffa Conrad zieht den Weko-Entscheid ans Bundesverwaltungsgericht weiter.

«Die Behauptungen der Weko entsprechen nicht dem tatsächlichen Sachverhalt», sagte Roland Conrad, Verwaltungsratspräsident des Bauunternehmens, am Donnerstag zu einem Bericht des Regionaljournals Graubünden von Radio SRF.

Die Behauptungen der Weko seien «teilweise unwahr und teilweise überrissen». Conrad bestreitet etwa die von der Weko kolportierte Zahl von etwa 400 manipulierten Auftragsbeschaffungen. Nicht alle Vorversammlungen hätten erfolgreich mit Absprachen geendet, sagte er. Häufig hätte man sich nicht einigen können.

«Keine überhöhten Preise»

Der Foffa Conrad-Präsident zweifelt zudem an, dass die Absprachen zu höheren Preisen führten, wie es die Weko behauptet. Im untersuchten Zeitraum von 1997 bis 2008 habe die Hälfte der Baufirmen im Unterengadin Konkurs anmelden müssen. «Das weist nicht gerade auf überhöhte Preise hin», sagte Conrad zur Nachrichtenagentur sda.

In einer kleinen Region wie dem Unterengadin seien künstliche Preiserhöhungen gar nicht möglich. Man kenne sich untereinander und auch die Preise seien bekannt.

«Überhöhte Preise würden die Verantwortlichen sofort erkennen und diese reklamieren», erklärte Conrad. Viel wahrscheinlicher sei es, dass Baufirmen in eine negative Preisspirale gerieten - weil sie Aufträge unbedingt gebraucht hatten, um die Angestellten auszulasten.

Grösster Fall

Die Foffa-Conrad hat die Beschwerde beim Bundesverwaltungsgericht in St. Gallen am Montag eingereicht, am letzten Tag der Einsprachefrist. Noch unbekannt ist, ob auch eines der weiteren sechs gebüssten Unternehmen den Weko-Entscheid weiterzieht. Die Wettbewerbskommission sprach Bussen von insgesamt 7,5 Millionen Franken aus.

Die illegalen Absprachen im Unterengadin sind schweizweit der bisher grösste aufgeflogene Fall von Manipulationen auf dem Bau. Das von der Weko geschätzte betroffene Beschaffungsvolumen übersteigt 100 Millionen Franken.

SDA/sep

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