Bereitet Red Bull den Einstieg in den Biermarkt vor?

Red-Bull-Erfinder Mateschitz hat eine eigene Biersorte lanciert. Das nährt Spekulationen, wonach der Energy-Drink-Hersteller den Biermarkt aufmischen will.

Dietrich Mateschitz ist unter die Bierbrauer gegangen.

Dietrich Mateschitz ist unter die Bierbrauer gegangen. Bild: Keystone

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Von der Dose zur Flasche: Dietrich Mateschitz, Erfinder des Energy-Drinks Red Bull, ist unter die Bierbrauer gegangen. Er hat eine neue Sorte mit Namen «Thalheim» auf den Markt gebracht. Die Bezeichnung bezieht sich auf den gleichnamigen österreichischen Ort bei Pöls in der Steiermark. Dort wird das Bier mit Thalheimer Heilwasser gebraut.

Die «Kleine Zeitung» hat folgendes über das neue Produkt herausgefunden: Es ist mit einem Preis von 4,40 Euro pro Flasche mit 0,33 Liter Inhalt relativ teuer. Das sind umgerechnet 5 Franken. Betreiber der Brauerei ist die Thalheimer Heilwasser GmbH. Deren Geschäftsführer heisst Mark Dietrich Mateschitz. Er ist der Sohn des Red-Bull-Erfinders.

Tanzender Drache statt roter Stier

Die Gestaltung der Etikette lässt keine Rückschlüsse auf die Marke Red Bull mit ihrem roten Stier-Logo zu. Die Illustration orientiert sich ästhetisch eher an klassischen Bieren. Zu sehen eine Frau, die mit einem Drachen tanzt.

Allerdings verkauft Mateschitz das Gebräu in Gastrobetrieben, die rund um den Ort Spielberg und innerhalb der dortigen Formel-1-Rennstrecke angesiedelt sind. Und diese gehören zum Red-Bull-Konzern. Sie sind ein Teil der riesigen Marketingmaschine, die auch zwei Formel-1-Rennställe und Fussball-Vereine umfasst.

Die Aktivitäten von Mateschitz heizen erneut Spekulationen an, wonach Red Bull einen Einstieg in den weltweiten Biermarkt vorbereite. Der branchenfremde Brausehersteller müsste es mit etablierten Brauereien wie Anheuser-Busch InBev in Belgien, Heinken in den Niederlanden, China Resources Breweries sowie Carlsberg in Dänemark aufnehmen. Die vier Anbieter kontrollieren zusammen über die Hälfte des Weltmarktes.

Der Weltbierausstoss betrug im vergangenen Jahr knapp 2000 Millionen Hektoliter. In der Schweiz sorgten im selben Zeitraum 869 Brauereien für einen Ausstoss von 3,46 Millionen Hektoliter.

Dem Vernehmen nach ist zunächst lediglich geplant, dass Mateschitz sein «Thalheim» in den hauseigenen Red-Bull-Gastrobetrieben serviert. Branchenkenner halten es aber für denkbar, dass der 74-Jährige die Marktfähigkeit seines Gebräus testet.

Gerüchte seit 2016

Gerüchte um ein Bier von Red Bull gibt es seit dem Sommer 2016. Im Herbst des vergangenen Jahres verdichteten sich die Hinweise, dass sich Mateschitz als Bierbrauer versuchen will. Der Gemeindepräsident von Pöls liess damals durchblicken, dass eine Brauerei unweit des Schlosses Sauerbrunn entsteht. Mateschitz hatte das baufällige Schloss samt der Wasserquellen vor neun Jahren gekauft.

Mateschitz hat Red Bull mit Hauptsitz in Fuschl am See im Jahr 1984 mitbegründet. Er hält über die Distribution & Marketing GmbH 49 Prozent der Anteile. Das US-Wirtschaftsmagazin «Forbes» schätzt sein Vermögen auf umgerechnet 22,6 Milliarden Franken. Er ist damit der reichste Österreicher.

Red Bull verkauft inzwischen jährlich über 6 Milliarden Dosen in 171 Ländern. Der Umsatz betrug zuletzt umgerechnet 7 Milliarden Franken. Unter anderem lässt das Unternehmen seinen Energy-Drink in Widnau im Kanton St. Gallen durch seinen Partner Rauch Fruchtsäfte herstellen und abfüllen. Etwa die Hälfte der Weltproduktion stammt aus der Ostschweiz.

Erstellt: 24.08.2018, 20:18 Uhr

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