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Bern zieht bei privaten Zimmeranbietern Kurtaxen ein

Wer in Bern eine private Unterkunft auf der Onlineplattform Airbnb bucht, zahlt künftig Steuern wie im Hotel. In anderen Schweizer Städten finden ähnliche Bestrebungen statt.

Auf Airbnb können Reisende weltweit Wohnungen und Einzelzimmer bei Privaten finden.
Auf Airbnb können Reisende weltweit Wohnungen und Einzelzimmer bei Privaten finden.
Screenshot Airbnb.ch
Im Raum Zürich gibt es mehr als 900 Angebote. Manche bieten ihre Wohnung gar durchgehend an – und wohnen an einem anderen Ort.
Im Raum Zürich gibt es mehr als 900 Angebote. Manche bieten ihre Wohnung gar durchgehend an – und wohnen an einem anderen Ort.
Screenshot Airbnb.ch
Auch günstige städtische Wohnungen, zum Beispiel beim Erismannhof, lassen sich auf Airbnb finden. Die Liegenschaftenverwaltung der Stadt sucht aber nicht aktiv nach Airbnb-Anbietern unter ihren Mietern. Dies sei wegen der ungenauen Suchfunktion bei einem Portefeuille von 9000 Wohnungen schlicht nicht möglich. Gleiches gelte auch für die subventionierten Wohnungen, bei denen eine Einkommenslimite für die Mieter Voraussetzung für einen Wohnungsbezug ist.
Auch günstige städtische Wohnungen, zum Beispiel beim Erismannhof, lassen sich auf Airbnb finden. Die Liegenschaftenverwaltung der Stadt sucht aber nicht aktiv nach Airbnb-Anbietern unter ihren Mietern. Dies sei wegen der ungenauen Suchfunktion bei einem Portefeuille von 9000 Wohnungen schlicht nicht möglich. Gleiches gelte auch für die subventionierten Wohnungen, bei denen eine Einkommenslimite für die Mieter Voraussetzung für einen Wohnungsbezug ist.
Sabina Bobst
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Als erste Schweizer Stadt führt Bern ein Airbnb-Gesetz ein, wie die «SonntagsZeitung» berichtet. Die weltweit grösste Online-Vermittlungsplattform für Zimmer und Wohnungen geriet wiederholt in die Kritik, weil deren Mitglieder die obligatorischen Kurtaxen nicht abliefern.

Jetzt tritt in der Bundeshauptstadt per 1. Juni ein revidiertes Übernachtungsreglement in Kraft. Es liefert den Behörden die Grundlage, um bei privaten Anbietern von Unterkünften Kurtaxen einzuziehen. Um das Reglement umsetzen zu können, verlangt die Stadt von den Airbnb-Betreibern Informationen über die Hobby-Gastgeber, die ihre Zimmer vermieten.

Auch in anderen Kantonen ein Thema

Martina Rettenmund, Sprecherin der Direktion für Sicherheit, Umwelt und Energie in Bern, bestätigt: «Wir möchten direkt an die Daten der Airbnb-Vermieter kommen.» Zwischen Bern Tourismus und den Vermietungsplattformen laufen derzeit Gespräche.

Auch Zürich, Genf und Basel arbeiten derzeit an Richtlinien für private Zimmervermieter. In Genf ist ein Gesetz in Arbeit, das eine Grundlage für Plattformen wie Airbnb bilden soll, bestätigt Pierre Maudet, Wirtschaftsminister des Kantons Genf. In Basel nimmt man Airbnb bei der Überarbeitung des Gasttaxengesetzes ins Visier. In Zürich treffen sich Ende Juni die städtische Hotellerie, die Verwaltung und Zürich Tourismus zu einem runden Tisch.

Grundstein wurde in San Francisco gelegt

Bereits letzten Monat wurde bekannt, dass in San Francisco von den Zimmeranbietern mehr Geld verlangt werden soll (Redaktion Tamedia berichtete). In der Stadt an der amerikanischen Westküste nahm das Projekt die vielleicht entscheidende Wende: Airbnb soll für die Stadt Steuern eintreiben. Wer ab Sommer über die Onlineplattform ferienhalber ein Zimmer oder eine Wohnung mietet, muss neu eine sogenannte Beherbergungssteuer auf den Mietpreis bezahlen. Eine Art Kurtaxe, die aber nicht wie in der Schweiz üblich 2 bis 3 Franken pro Person und Tag beträgt, sondern 14 Prozent der Übernachtungskosten.

Um sicherzustellen, dass die Gäste die Gebühren auch tatsächlich bezahlen – und die Gastgeber ob der Bürokratie des amerikanischen Steuersystems nicht verzweifeln –, werde das Unternehmen, das vor 7 Jahren in San Francisco gegründet wurde, das Geld selbst kassieren und direkt an die Behörden weiterleiten.

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