Zum Hauptinhalt springen

Bezos’ drei Mottos für die «Washington Post»

Nichts weniger als ein neues goldenes Zeitalter will Amazon-Gründer Jeff Bezos der traditionsreichen «Washington Post» bescheren. Wie, sagte der neue «Post»-Besitzer seiner Zeitung persönlich.

Seine Erfahrungen mit Amazon sollen bei der «Washington Post» einfliessen: Jeff Bezos.
Seine Erfahrungen mit Amazon sollen bei der «Washington Post» einfliessen: Jeff Bezos.
Reuters
Amazon-Gründer Jeff Bezos prophezeit der gedruckten Zeitung den schleichenden Tod – nun kauft er sich die altehrwürdige «Washington Post».
Amazon-Gründer Jeff Bezos prophezeit der gedruckten Zeitung den schleichenden Tod – nun kauft er sich die altehrwürdige «Washington Post».
Gus Ruelas, Reuters
«Bannerträger des liberalen Bürgertums»: Die «Washington Post» war dank der Watergate-Affäre auf dem Höhepunkt ihres politischen Einflusses. Aufgedeckt hatten den Abhörskandal die beiden Journalisten Carl Bernstein (links) und Bob Woodward.
«Bannerträger des liberalen Bürgertums»: Die «Washington Post» war dank der Watergate-Affäre auf dem Höhepunkt ihres politischen Einflusses. Aufgedeckt hatten den Abhörskandal die beiden Journalisten Carl Bernstein (links) und Bob Woodward.
Jason Reed, Reuters
1 / 8

Als das amerikanische Traditionsblatt «Washington Post» vor gut einem Monat den Besitzer wechselte, ging ein Raunen durch die Medienwelt: Mit Jeff Bezos kaufte ausgerechnet ein Vertreter der Zeitungen bedrohenden Internetwirtschaft das Traditionsblatt.

Dieser Tage besucht Amazon-Gründer Bezos nun erstmals die Redaktion der «Washington Post». Im Voraus erzählte er der Zeitung, wie seine Vision für die altehrwürdige «Post» aussieht. Er sei begierig, der «Washington Post» durch Experimentieren zu einem neuen «goldenen Zeitalter» zu verhelfen.

Bezos drei Amazon-Mottos

Im ersten Interview seit dem Kauf der Zeitung gestand Jeff Bezos, nicht in der Lage zu sein, alle Fragen zum Thema Zeitungssterben beantworten zu können. In der Diskussion um die Zukunft der «Post» könne er der Leitung jedoch zwei Sachen bieten: Finanziellen Rückhalt, so lange, bis die Zeitung ein profitables Geschäftsmodell gefunden hat. Und seine «Sicht der Dinge».

Was der milliardenschwere Geschäftsmann damit meint, erläutert er gleich selber: «Bei Amazon hatten wir drei Mottos, welche den Erfolg des Portals ausmachten. Denk als Erstes an den Kunden. Erfinde. Und sei geduldig. Ersetzten wir nun den ‹Kunden› mit ‹Leser›, kann dieses Konzept auch der ‹Washington Post› zum Erfolg verhelfen.»

Kein einsames Genie

Sollte die Zeitung eine neue goldene Ära erreichen, dann dank der Experimentierfreude und dem Einfallsreichtum der Mitarbeiter, so Bezos weiter. Es gebe kein einsames Genie, welches dem Rätsel auf die Spur komme und danach eine magische Formel präsentiere. «Veränderungen werden durch gemeinsame Anstrengungen erreicht. Du lernst, du diskutierst, du machst Brainstormings und dann beginnen die Antworten langsam aufzutauchen.»

Die «Washington Post» wird unabhängig von Amazon geführt werden, so Bezos. Er selber werde lediglich aus der Ferne Ratschläge erteilen.

Dieser Artikel wurde automatisch aus unserem alten Redaktionssystem auf unsere neue Website importiert. Falls Sie auf Darstellungsfehler stossen, bitten wir um Verständnis und einen Hinweis: community-feedback@tamedia.ch