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«Bitte sagt Trump das mit den 280 Zeichen auf Twitter nicht»

Die Ära der kurzen Tweets neigt sich dem Ende zu – Twitter will das Zeichenlimit anheben. Die Reaktionen sind hauptsächlich positiv – und humorvoll.

«Applaus für alle im Twitter-Hauptquartier, die dachten, es sei eine gute Idee, Trump 280 Zeichen zu geben, um den Dritten Weltkrieg zu starten», meint ein Nutzer zum neuen Zeichenlimit: Der US-Präsident bedroht Nordkorea in einem Tweet. (Symbolbild)
«Applaus für alle im Twitter-Hauptquartier, die dachten, es sei eine gute Idee, Trump 280 Zeichen zu geben, um den Dritten Weltkrieg zu starten», meint ein Nutzer zum neuen Zeichenlimit: Der US-Präsident bedroht Nordkorea in einem Tweet. (Symbolbild)
Christoph Dernbach/DPA, Keystone
Test für längere Nachrichten: Ein User nutzt die Twitter-App. (Symboldbild)
Test für längere Nachrichten: Ein User nutzt die Twitter-App. (Symboldbild)
Keystone
Twitter-Chef Jack Dorsey hatte jedoch noch vor zwei Wochen betont, dass die Plattform grundsätzlich auf kurze Beiträge ausgerichtet bleiben solle.
Twitter-Chef Jack Dorsey hatte jedoch noch vor zwei Wochen betont, dass die Plattform grundsätzlich auf kurze Beiträge ausgerichtet bleiben solle.
Keystone
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Der Kurznachrichtendienst Twitter testet doppelt so lange Tweets. Eine kleine Gruppe von Nutzern kann ab sofort Nachrichten mit bis zu 280 Zeichen absetzen. Das Unternehmen zeigt sich zuversichtlich, dass die Änderung nach dem Testlauf für alle Benutzer freigeschaltet wird. Zunächst will Twitter aber Reaktionen und Daten sammeln – «das Wichtigste ist, dass die Community das gut findet», beteuert das Unternehmen.

Die Reaktionen scheinen bislang mehrheitlich positiv ausgefallen. Analysewerkzeuge wie der Sentiment Viz der North Carolina State University zeigen, dass hauptsächlich positiv über das Thema getwittert wird.

Eine Stichprobe von rund 300 Tweets zeigt, dass Nutzer eher zustimmend über das Thema twittern (rechts) – obwohl die Änderung auch einige Benutzer verärgert. (27. September 2017) Bild: Screenshot sentiment viz/NCSU
Eine Stichprobe von rund 300 Tweets zeigt, dass Nutzer eher zustimmend über das Thema twittern (rechts) – obwohl die Änderung auch einige Benutzer verärgert. (27. September 2017) Bild: Screenshot sentiment viz/NCSU

Viele Befürworter schliessen sich den Argumenten des Unternehmens an und sind froh, dass sie bald ihre Sätze nicht mehr ins Zeichenlimit zwängen müssen. Einige erhoffen sich von den längeren Tweets, dass Nutzer jetzt weniger Abkürzungen brauchen und wieder grammatikalisch richtige Sätze schreiben. Zumindest könne man bald die Zeichenlänge nicht mehr als Ausrede gebrauchen, meint zum Beispiel Adam Furley aus Chicago.

Der wohl grösste Teil der Reaktionen fällt wie so oft humorvoll aus. Bereits kurz nach Bekanntgabe der Änderung fiel vielen auf, dass auch US-Präsident Donald Trump bald 280 Zeichen zur Verfügung haben wird. «Twitter hat mit einem Schlag die Komplexität der US-Aussenpolitik verdoppelt», meint etwa Komiker Stephen Colbert.

Ein anderer Nutzer kommentiert: «Applaus für alle im Twitter-Hauptquartier, die dachten, es sei eine gute Idee, Trump 280 Zeichen zu geben, um den Dritten Weltkrieg zu starten.» Und ein Kolumnist des US-Magazins «Newsweek» titelt seinen Beitrag: «Bitte sagt Trump das mit den 280 Zeichen auf Twitter nicht.»

Trump ist übrigens nicht Teil der Testgruppe und weiterhin auf 140 Zeichen beschränkt. Das hat Twitter-Mitgründer Biz Stone bestätigt.

Gegner des höheren Zeichenlimits kritisieren hauptsächlich, was Twitter anstelle der längeren Tweets nicht eingeführt hat. So hätten sich viele Nutzer viel lieber einen «Bearbeiten»-Knopf für Tweets gewünscht.

Ein zweiter, oft genannter Kritikpunkt ist, dass Twitter lieber energischer gegen politische Twitterbots und andere Missbräuche vorgehen solle. Ein Nutzer schreibt zum Beispiel: «Twitter muss etwas gegen Bots, Nazis und Belästigungen tun, aber gibt uns 280 Zeichen.»

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