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Börsen im Krebsgang – Händler sind nervös

Nach der Euphorie der Vortage ist die Aufholjagd der internationalen Börsen gestoppt worden. Überall standen die Indizes tiefer als am Vorabend. Der SMI schliesst mit 5.911,17 Punkten 5,58 Prozent unter dem Schlusswert des Vorabends.

(Video: Reuters)

Der SMI sackte am Mittwoch 5,58 Prozent auf 5911,17 Punkte ab. Der breite SPI fiel 5,4 Prozent auf 4916,55 Zähler.

Der grössten Druck kam von Schwergewicht Nestlé. Die Aktien des Nahrungsmittelriesen brachen 6,6 Prozent ein und standen damit für einen Viertel des gesamten Verlustes.

Händler sprachen von Gewinnmitnahmen und erklärten sich den Kurseinbruch mit der relativ gesehen guten Performance von Nestlé in jüngster Zeit. Es gab aber besorgte Stimmen mit Blick auf die Quartalszahlen, die kommende Woche publiziert werden.

Am Vortag waren die Aktien von Pepsico eingebrochen, nachdem der amerikanische Lebensmittel- und Getränkehersteller im dritten Quartal schlechter als erwartet abgeschnitten hatte. Dass der Quartalsbericht von Cola-Cola besser als erwartet ausfiel, half dem insgesamt schwachen Nahrungsmittelsektor nicht auf die Beine.

Gute Nachrichten helfen kaum

Auch die Bank-Aktien konnten kaum davon profitieren, dass J.P. Morgan wider erwarten einen Quartalsgewinn erzielte. Die UBS-Aktien verloren 6,2 Prozent, und Credit Suisse gaben 9,1 Prozent nach.

Bâloise und Zurich sackten mehr als 8 Prozent ab, und Swiss Re brachen 12,6 Prozent ein. Die Deutsche Bank hatte das Kursziel für die drei Schweizer Titel und andere europäische Branchenvertreter gesenkt.

Zu grösseren Verlusten kam es aus Sorge vor einem globalen Wirtschaftsabschwung auch bei den konjunktursensitiven Werten. Die Titel des Elektrotechnikkonzerns ABB ermässigten sich 11,3 Prozent, und Holcim fielen 9,4 Prozent.

Auch die lange gegen den Trend festeren Gesundheitswerte rutschten schliesslich ins Minus. Die Roche-Genussscheine und die Novartis-Aktien schlossen jeweils 1,5 Prozent tiefer. Biotech-Titel Actelion lag 1 Prozent im Minus.

Sonova unter Druck

Kräftig unter Druck standen zeitweise die Aktien des Hörgeräteherstellers Sonova. Sie stürzten bis auf 47.80 Fr. ab - den niedrigsten Stand seit gut drei Jahren - und schlossen mit 52.50 Fr. dann aber nur noch 2,8 Prozent schwächer. Händler verwiesen auf schlechte Ergebnisse der Konkurrenten. Sonova bestätigte bei einem Hörgeräte-Kongress in Leipzig seine Ertragsprognose.

Aber auch die Zahnimplantate-Hersteller Nobel Biocare und Straumann fuhren kräftige Kursverluste ein. «In wirtschaftlich schwierigen Zeiten fällt den Konsumenten die Wahl zwischen ihrem Haus und neuen Zähnen nicht schwer», sagte ein Händler.

Weltweite Börsenlage

Die deutsche Börse erlitt einen herben Rückschlag: Der DAX, der Index der 30 grössten Börsenkonzerne, rutschte wieder unter die 5000er-Marke. Der Leitindex verlor 6,49 Prozent auf 4861,63 Punkte.

Zuvor hatten die meisten Märkte Asiens und Australiens im Minus geschlossen. Gegen den Trend verbesserte sich Japans Nikkei-Index um 1,06 Prozent auf 9547 Punkte, nach einem Plus von 14 Prozent am Vortag.

An den internationalen Devisenmärkten festigte sich der Franken gegen wichtige Währungen. Der Euro galt am Nachmittag in Zürich 1,5396 Franken, verglichen mit 1,5386 Franken am Vorabend. Der Dollar ging auf 1,1331 (Vorabend: 1,1345) Franken zurück.

sda/ap/mbr/bru

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