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«Bombardier hat sich den Auftrag erkauft»

Die Stadler Rail von SVP-Nationalrat Peter Spuhler verzichtet auf einen Rekurs gegen die Vergabe des grössten Auftrags der SBB-Geschichte an Bombardier. Die Niederlage schmerze aber sehr.

So sollen die neuen Züge dereinst aussehen: SBB bestellten im Mai 2009 insgesamt 59 Doppelstockzüge bei Bombardier.
So sollen die neuen Züge dereinst aussehen: SBB bestellten im Mai 2009 insgesamt 59 Doppelstockzüge bei Bombardier.
SBB
Das Auftragsvolumen beträgt rund 1,9 Milliarden Franken.
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SBB
Kundeninformationssystem in der 1. Klasse.
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Ein fader Nachgeschmack bleibe, sagt Stadler-Chef Peter Spuhler. Bombardier habe sich den Auftrag «erkauft». Es geht um 59 Doppelstockzüge für 1,9 Milliarden Franken. Die SBB vergab den Auftrag an den kanadischen Konzern Bombardier; die Stadler Rail Group mit Sitz im Kanton Thurgau ging leer aus. Deren Geschäftsführer und Mehrheitsaktionär, SVP-Nationalrat Peter Spuhler, nimmt es sportlich, wie er an einer Medienkonferenz in Kloten ZH sagte.

Höhere Energiekosten

Gleichwohl schmerze die Vergabe an Bombardier sehr. Stadler habe den Auftrag in erster Linie wegen der Energiekosten verloren. Bombardier habe für 25 Jahre 200 Millionen Franken günstiger offeriert als Stadler und Mitbewerber Siemens, sagte Spuhler. Und Spuhler betonte, Stadler habe die Energiekosten «sehr genau» berechnet.

Ein wichtiges Vertragsdetail: Werden die in der Offerte genannten Energiekosten überschritten, muss die Differenz während eines Vierteljahrhunderts vollumfänglich vom Hersteller der Züge getragen werden. «Das haben die SBB schlau gemacht», sagte Peter Spuhler. Stadler sei in dem Punkt vielleicht zu ehrlich, zu fair gewesen, sagte Spuhler.

«Beschwerde sinnlos»

Gleichwohl mache eine Beschwerde an das Bundesverwaltungsgericht formell und materiell keinen Sinn, sagte Spuhler. Die Spielregeln seien klar gewesen. Die Niederlage im Heimmarkt sei aber schmerzlich, sagte Spuhler.

Obwohl die Stadler Rail Group beim grössten Auftrag in der Geschichte der SBB leer ausging, fährt das Unternehmen in den nächsten zwei Jahren auf der Wachstumsschiene. Mit einem Umsatz von 1,049 Milliarden Franken liegt der Thurgauer Schienenfahrzeug- Hersteller 2009 auf dem Niveau des Vorjahrs. Auch für 2010 wird laut Spuhler ein ähnlicher Umsatz erwartet.

2011 wird ein Umsatz von 1,6 Milliarden Franken erwartet; 2012 soll der Umsatz auf über 1,8 Milliarden Franken klettern. Die Stadler Rail Group beschäftigt in der Schweiz, Deutschland, Italien, Ungarn, Polen, Tschechien und Algerien gegenwärtig rund 3100 Mitarbeitende.

SDA/bru

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