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Brown fordert Weltfinanzgipfel

Der britische Premierminister Gordon Brown hat einen Weltfinanzgipfel «im November oder Dezember» gefordert, um das globale Bankensystem zu reformieren und die Aufsicht zu internationalisieren.

Die USA, die europäischen Nationen und aufstrebende Wirtschaftsmächte wie China und Indien sollten daran teilnehmen, sagte er vor dem Auftakt des EU-Gipfels am Mittwoch in Brüssel. «Es gibt Aussicht auf die Verständigung auf ein Treffen», sagte er, «um sehr radikale und weitreichende Veränderungen herbeizuführen.» Der britische Premier vollzog damit eine Kehrtwende. Ebenso wie die USA stand Brown einem derartigen Gipfel bislang skeptisch gegenüber.

Der französische Staatspräsident Nicolas Sarkozy, der gegenwärtig die rotierende EU-Ratspräsidentschaft innehat, hatte bereits Ende September auf der UN-Vollversammlung eine umfassende Reform der globalen Finanzmärkte gefordert. Er wirbt für eine «Bretton Woods II»-Konferenz mit den am schlimmsten von der Krise betroffenen Ländern noch vor Jahresende. Bundeskanzlerin Angela Merkel hat sich hinter Sarkozys Forderung gestellt.

Neue Regeln zur Finanzaufsicht

Bereits am Morgen hatte sich Brown für neue Regeln zur Finanzaufsicht ausgesprochen. «Es wird jetzt offensichtlich, dass wir es mit globalen Finanzmärkten zu tun haben», sagte er. «Wir haben aber nichts, was über nationale oder regionale Regulierung und Kontrolle hinausginge.» Notwendig sei deshalb eine grundlegende Neuordnung nach dem Vorbild der Bretton-Woods-Konferenz 1944.

«Das Finanzsystem wieder aufzubauen, wird einer Vision bedürfen, wie in den 40er Jahren bei der Schaffung des Internationalen Währungsfonds.» Nun müsse der IWF umgebaut werden, damit er «fit für die moderne Welt» werde.

Selbst auf EU-Ebene ist eine genuin europäische Finanzaufsicht derzeit allerdings noch nicht in Sicht. Die EU-Kommission und die Finanzminister der Mitgliedstaaten treten bislang lediglich dafür ein, für grenzüberschreitend tätige Banken europäische Aufsichtskollegien aus Vertretern der nationalen Regulierer einzurichten. Auch Brown hält dies vorerst offenbar für ausreichend. «Anstatt dass die nationalen Aufsichtsbehörden getrennt beraten, brauchen wir Aufsichtskollegien», sagte der britische Premierminister.

AP/bru

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