Buchungsseite Amoma ist insolvent

Die Schweizer Plattform macht die Konkurrenz für ihr Aus verantwortlich. Wer bei Amoma gebucht hat, könnte nun leer ausgehen.

Amoma-Kunden müssen sich nun selber informieren, ob ihre Hotelreservation noch gültig ist oder storniert wurde. Foto: istock/martin-dm

Amoma-Kunden müssen sich nun selber informieren, ob ihre Hotelreservation noch gültig ist oder storniert wurde. Foto: istock/martin-dm

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Die Schweizer Buchungsplattform Amoma hat den Betrieb eingestellt. Auf der Webseite werden Kunden darüber informiert, dass Buchungen «wahrscheinlich storniert werden». Amoma empfiehlt seinen Kunden, sich selber an das reservierte Hotel zu wenden, um Informationen über die Buchung zu erhalten. Zudem solle man sich Hilfe von der Reiseversicherung oder dem Zahlungsinstitut, beispielsweise der Kreditkartenfirma, holen. Direkt an Amoma getätigte Zahlungen sind aufgrund der Insolvenz aber wohl verloren.

Amoma bedauert die Schliessung und macht die Konkurrenz für das plötzliche Aus verantwortlich. Insbesondere «Preisvergleicher» (Trivago, Swoodoo etc.) werden hart kritisiert. Diese würden Kunden an Unternehmen wie Amoma weiterleiten und dabei pro Klick verdienen. Je mehr eine Buchungsplattform pro Klick zahlt, je höher wird das Angebot platziert und lockt damit mehr Kunden an.

Amoma seien dabei nicht tragfähige finanzielle Bedingungen auferlegt worden, sprich die Preise pro Klick haben Amoma offenbar in den Ruin getrieben. Nur ein sehr kleiner Kreis wichtiger Online-Reisebüros könne unter diesen Bedingungen überleben, kritisiert die in Genf ansässige Firma. Amoma sieht sich unter diesem Umständen nicht mehr in der Lage, die Buchungsseite weiter zu betreiben, und hat sämtliche Aktivitäten mit sofortiger Wirkung eingestellt.

Amoma war in der Branche aber nicht unumstritten, wie das Hotellerie-Magazin htr.ch berichtet. Hoteliers hätten kritisiert, dass Amoma bei den Zimmerpreisen oft Direktbuchungen von Hotels unterbot, indem sie missbräuchliche Grosshandelspreise von Online-Reisebüros benutzt haben. Auch in Onlineforen sollen zahlreiche unzufriedene Nutzer ihrem Ärger Luft gemacht haben, wie htr.ch schreibt. Unter anderem ging es dabei offenbar um Falschbuchungen, schlechten Kundenservice, täuschende Preisangaben und Spam-Mails seitens Amoma. (anf)

Erstellt: 16.09.2019, 15:20 Uhr

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