Cembra Money Bank übernimmt Cashgate

Cembra baut ihr Geschäft aus. Der Kaufpreis für den Konsumkreditanbieter beträgt 277 Millionen Franken.

Positive Halbjahreszahlen: Cembra rechnet mit einer Steigerung der Nettoerträge gegenüber dem Vorjahr um 4 Prozent. Foto: Keystone

Positive Halbjahreszahlen: Cembra rechnet mit einer Steigerung der Nettoerträge gegenüber dem Vorjahr um 4 Prozent. Foto: Keystone

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Die Cembra Money Bank übernimmt von der Aduno Holding 100 Prozent der Aktien von Cashgate. Der Kaufpreis für den Anbieter von Privatkrediten, Fahzeugleasing und Mietkautionen beträgt 277 Millionen Franken. Die Akquisition soll bereits 2020 eine positiven Gewinnbeitrag leisten.

Die Transaktion soll Skalenvorteile nutzen und die digitale Transformation beschleunigen. Mit dem Abschluss wird im dritten Quartal gerechnet, teilte Cembra am Montag mit. Das Unternehmen vergrössere ihr Finanzierungsportfolio bei Privatkrediten und Fahrzeugfinanzierungen damit um rund 1,4 Milliarden auf rund 6,2 Milliarden Franken.

Die Übernahme werde zwar mit Integrationskosten von 25 Millionen Franken verbunden sein, wovon rund die Hälfte 2020 anfallen dürften. Ab 2021 sollen die erwarteten Synergien aber jährlich zu einem um 25 bis 30 Millionen Franken höheren Reingewinn führen, sagte CFO Pascal Perritaz an einer Telefonkonferenz.

Keine Entlassungen geplant

Geplant sei unter anderem die Integration aller acht bestehenden Cashgate-Filialen und die Zusammenlegung der Büros in Zürich und Lausanne, ergänzte CEO Robert Oudmayer. Zu Entlassungen werde es aber vermutlich nicht kommen, so der Firmenchef weiter. Denn einerseits wolle Cembra weiter wachsen und zum anderen dürfte ein allfälliger Stellenabbau durch die natürliche Fluktuation aufgefangen werden.

Die Finanzierung der Transaktion soll mehrheitlich durch die Platzierung einer Additional Tier 1-Anleihe (AT1), den Verkauf eines Teils der im Eigenbestand gehaltenen Aktien und den Einsatz vorhandener Barmittel erfolgen. Eine Brückenfinanzierung sei durch ein Bankenkonsortiums unter Führung der Deutschen Bank gesichert. Zusätzlich zur Anleihe und dem Aktienverkauf soll die Brückenfinanzierung schrittweise durch eine ausgewogene Mischung aus Einlagen, Senior Bonds und ABS sowie einer Wandelanleihe abgelöst werden. Mit einer soliden Tier 1-Kapitalquote von mindestens 17 Prozent sei die Finanzierung ausgewogen, schrieb Cembra weiter.

Der Verkauf von Cashgate erfolge aus rein strategischen Gründen, sagte Aduno-CEO Max Schönholzer. Aduno wolle sich verstärkt auf das Kreditkartengeschäft fokussieren. Die Synergien dieses Geschäfts mit Cashgate seien klein. Die Tochter Cashgate, die rund 20 Prozent zum Aduno-Umsatz beiträgt, passe besser zu Cembra, so Schönholzer weiter.

Davon ist auch Oudmayer überzeugt. Cembra Money Bank erwerbe ein attraktives, profitables und komplementäres Geschäft, dass dem Anforderungsprofil des Unternehmens an Akquisitionen entspreche.

Positive Geschäftsentwicklung im ersten Halbjahr

Cembra sei ausserdem im ersten Halbjahr 2019 gut unterwegs gewesen, sagte der Chef des Finanzunternehmens weiter. Dieses rechnet für das erste Semester mit eine Steigerung des Nettoumsatzes um 4 Prozent auf 222 Millionen Franken und einem Reingewinn zwischen 77 und 79 Millionen, nach 77,7 Millionen im Vorjahr.

Den bisherigen Ausblick für das bestehende Geschäft im Gesamtjahr bestätigt Cembra. Bisher hatte die Gesellschaft einen Gewinn pro Aktie zwischen 5,40 Franken und 5,70 Franken in Aussicht gestellt.

Inklusive der Transaktion von Cashgate erwartet die Bank für das Geschäftsjahr 2019 einen EPS von 5,20 bis 5,50 Franken. Im Jahr 2020 wird eine positive Auswirkung auf den Gewinn pro Aktie erwartet.

Der Markt reagierte mit starken Kursavancen auf die Nachrichten. Bis gegen 11.35 Uhr gewannen die Cembra-Aktien 2,8 Prozent auf 96,75 Franken, während der Gesamtmarkt (SPI) 0,85 Prozent höher stand. Analysten werten die Akquisition als mutigen aber strategisch sinnvollen Schritt. Positiv gewertet wird auch, dass Cembra überschüssiges Kapital einsetzt und die Transaktion ab dem nächsten Jahr voraussichtlich zu einem höheren Gewinn je Aktie führt. (ij/sda)

Erstellt: 01.07.2019, 08:51 Uhr

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