Chef von Airline tritt nach Druck aus Peking zurück

Nach den Protesten am Hongkonger Flughafen kam es zu Wechseln an der Spitze von Cathay Pacific. China fordert Strafen für Besatzungsmitglieder.

Im Visier der chinesischen Luftfahrtbehörde: Rupert Hogg zieht seinen Hut. (16. August 2019) Foto: Anthony Wallace/AFP

Im Visier der chinesischen Luftfahrtbehörde: Rupert Hogg zieht seinen Hut. (16. August 2019) Foto: Anthony Wallace/AFP

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Der Konzernchef der Fluggesellschaft Cathay Pacific, Rupert Hogg, tritt zurück. Damit übernehme Hogg angesichts der jüngsten Proteste in Hongkong Verantwortung, teilte Cathay Pacific am Freitag mit. Der Verwaltungsrat stimmte dem Rücktritt zu.

Cathay Pacific war in den letzten Tagen im Zusammenhang mit den anhaltenden Protesten in der Finanzmetropole ins Visier der chinesischen Luftfahrtbehörde geraten. Die Behörde hatte die Fluggesellschaft dazu aufgefordert, keine Piloten und Flugbegleiter mehr auf Flüge auf das chinesische Festland zu lassen, die sich an «illegalen Protesten» beteiligt hätten. Vor jedem Flug müsse zudem eine Liste mit Besatzungsmitgliedern vorgelegt und genehmigt werden.

Hogg drohte Unterstützern der Proteste mit Entlassung. Er betonte, die Geschäfte in China seien ein Kernelement. Die Airline fliegt nicht nur von und nach China. Auch ein Grossteil der Flüge nach Europa und in die USA führen durch chinesischen Luftraum.

In der Folge feuerte die Fluggesellschaft zwei Piloten und zwei Flughafenangestellte wegen ihrer Beteiligung an Protestaktionen und anderer Zwischenfälle, wie die Hongkonger Zeitung «South China Morning Post» berichtete.

Neben Hogg wurde am Freitag mit Ronald Lam auch ein zweiter hochrangiger Manager ausgewechselt. Hoggs Nachfolger wird Augustus Tang, ein langjähriger Mitarbeiter von Grossaktionär Swire Pacific. Der Mischkonzern ist ebenfalls in Hongkong ansässig. Für Cathay Pacific arbeiten rund 27'000 Menschen. (sda)

Erstellt: 16.08.2019, 15:31 Uhr

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