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Chinesische Millionen bewahren Saab vor dem Aus

Eine chinesische Allianz sichert mit 120 Millionen Euro das Überleben des Autoproduzenten Saab. Ein zusätzlicher Kredit soll zudem den Neustart für die Produktion ankurbeln.

Der schwedische Autoproduzent stellte im letzten Jahr nur noch 32'000 Autos her: Saab-Autos in einem Showroom in Boston.
Der schwedische Autoproduzent stellte im letzten Jahr nur noch 32'000 Autos her: Saab-Autos in einem Showroom in Boston.
Keystone

Kapital aus China rettet den akut vom Aus bedrohten schwedischen Autobauer Saab vorerst. Wie Saabs Eigner Spyker Cars und der chinesische Autokonzern Hawtai in Peking mitteilten, sollen für die vereinbarte strategische Allianz «mittelfristig» 120 Millionen Euro aus China bereitgestellt werden.

Zum Neustart der wegen Geldmangels seit drei Wochen unterbrochenen Produktion bekommt Saab ausserdem einen kurzfristigen Kredit über 30 Millionen Euro. Der deutlich grössere heimische Konkurrent Volvo gehört seit dem vergangenen Jahr zum chinesischen Konzern Geely.

Nur noch 32'000 Wagen vom Band

Der niederländische Spyker-Chef Victor Muller sagte, nach «mehreren Wochen mit schlechten Nachrichten» gebe es jetzt die richtige Lösung für Saab. Hawtai ist ein vergleichsweise kleiner und junger Konzern mit eigenen Produktionskapazitäten für 200'000 Autos in China. Bei dem seit 20 Jahren fast immer mit Verlusten arbeitenden schwedischen Traditionsunternehmen Saab waren im vergangenen Jahr nur noch 32'000 Wagen vom Band gerollt.

Nach dem Saab-Verkauf an Spyker durch den US-Autobauer General Motors hatte Muller vergeblich versucht, den umstrittenen russischen Financier Wladimir Antonow als neuen Haupteigner in Position zu bringen. Weil das Unternehmen seine Rechnungen nicht mehr bezahlen konnte, musste die Produktion vor knapp vier Wochen wegen fehlender Komponenten eingestellt werden.

Saab-Modelle ab 2013 aus China

Wie beide Unternehmen am Dienstag in Peking mitteilten, sollen die 3700 Beschäftigten im Stammwerk in Trollhättan binnen einer Woche wieder Autos fertigen. Ausserdem soll ab 2013 in Hawtai- Fabriken das neue Saab-Modell 9.3 für den heimischen Markt vom Band laufen.

Spyker-Chef Muller zeigte sich erfreut. Die Partnerschaft sicherer mittelfristig die Finanzierung und ermögliche Saab den Einstieg in den chinesischen Markt. Hawtai-Vizechef Richard Zhang sprach von einem «grossen Tag für ein relativ junges Unternehmen». Hawtai wurde erst vor 10 Jahren gegründet. «Wir bekommen hier Zugang zu innovativer Technologie und einem Netzwerk, das wir sonst über Jahre hätten aufbauen müssen.»

Die schwedischen Gewerkschaften sowie Regierungsvertreter in Stockholm begrüssten den Schritt von Hawtai. Wirtschaftsministerin Maud Olofsson warnte aber vor übereiltem Optimismus und erklärte, die Krise sei für Saab noch nicht vorüber.

Das Übereinkommen mit Hawtai muss noch von den chinesischen Behörden, der schwedischen Kreditaufsicht sowie der Europäischen Investitionsbank (EIB) genehmigt werden.

SDA/mrs/bru

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