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Christoph Blocher – der Profi

Der kühnste Coup des Wirtschaftsjahres 2011 war Blochers Tarnkonstrukt bei der «Basler Zeitung». Hier handelte jemand mit Erfahrung. Die Nacherzählung einer Ära, die die Schweizer Finanzwelt veränderte.

Constantin Seibt
Die SVP-Führungsriege informiert am Donnerstag, 7. April, in Bern über die Kandidatur von Christoph Blocher für das eidgenössische Parlament (v.l.): Nationalrat Adrian Amstutz, Alt-Bundesrat Christoph Blocher, Nationalrat Toni Brunner und Nationalrat Caspar Baader.
Die SVP-Führungsriege informiert am Donnerstag, 7. April, in Bern über die Kandidatur von Christoph Blocher für das eidgenössische Parlament (v.l.): Nationalrat Adrian Amstutz, Alt-Bundesrat Christoph Blocher, Nationalrat Toni Brunner und Nationalrat Caspar Baader.
Keystone
Die SVP hatte die mögliche Abwahl Blochers im Voraus gewittert: Medieninformation mit den Nationalräten Jean Fattebert, Christoph Mörgeli, Ueli Maurer und Caspar Baader über «Abwahlpläne».
Die SVP hatte die mögliche Abwahl Blochers im Voraus gewittert: Medieninformation mit den Nationalräten Jean Fattebert, Christoph Mörgeli, Ueli Maurer und Caspar Baader über «Abwahlpläne».
Keystone
Den vorläufigen Höhepunkt seiner fulminanten Politkarriere verbuchte Blocher im Dezember 2003, als er in den Bundesrat gewählt wurde. Damit verdrängte er die CVP-Justizministerin Ruth Metzler (r.) aus der Landesregierung. Ein Blick zurück.
Den vorläufigen Höhepunkt seiner fulminanten Politkarriere verbuchte Blocher im Dezember 2003, als er in den Bundesrat gewählt wurde. Damit verdrängte er die CVP-Justizministerin Ruth Metzler (r.) aus der Landesregierung. Ein Blick zurück.
Keystone
Magdalena Martullo-Blocher übernahm nach Blochers Wahl in den Bundesrat die Verantwortung für die Firma Ems Chemie. Vater und Tochter im August 2001.
Magdalena Martullo-Blocher übernahm nach Blochers Wahl in den Bundesrat die Verantwortung für die Firma Ems Chemie. Vater und Tochter im August 2001.
Keystone
80-Jahr-Feier der Zürcher SVP: Präsident Christoph Blocher ruft am frühen Sonntagmorgen im September 1997 in Gossau ZH seine Anhänger zum Einstehen für den Kleinstaat Schweiz auf.
80-Jahr-Feier der Zürcher SVP: Präsident Christoph Blocher ruft am frühen Sonntagmorgen im September 1997 in Gossau ZH seine Anhänger zum Einstehen für den Kleinstaat Schweiz auf.
Keystone
In Daueropposition: Nationalrat Blocher weist das Budget 1997 zurück.
In Daueropposition: Nationalrat Blocher weist das Budget 1997 zurück.
Keystone
Traditionelle Albisgüetlitagung: Christoph Blocher (r.) stösst im Januar 1996 mit dem damaligen Bundesrat Jean-Pascal Delamuraz an.
Traditionelle Albisgüetlitagung: Christoph Blocher (r.) stösst im Januar 1996 mit dem damaligen Bundesrat Jean-Pascal Delamuraz an.
Keystone
Lieblingsfeinde: SVP-Nationalrat Christoph Blocher, links, und SP-Nationalrat Peter Bodenmann führen während der Sondersession zum EWR 1992 ihre Diskussion im Nationalratssaal fort.
Lieblingsfeinde: SVP-Nationalrat Christoph Blocher, links, und SP-Nationalrat Peter Bodenmann führen während der Sondersession zum EWR 1992 ihre Diskussion im Nationalratssaal fort.
Keystone
1987 scheiterte Christoph Blocher (l.) bei seiner ersten Ständeratskandidatur. Gewählt wurden Monika Weber (LdU) und Rico Jagmetti (FDP).
1987 scheiterte Christoph Blocher (l.) bei seiner ersten Ständeratskandidatur. Gewählt wurden Monika Weber (LdU) und Rico Jagmetti (FDP).
Keystone
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Der Wirtschaftsanwalt lächelte kurz und böse über die Lüge. Aber als Profi freute er sich über die Eleganz der Tarnkonstruktion. «Was Herr Blocher in Basel gemacht hat, hatte Klasse», sagte er mit ehrlicher Begeisterung.

Besonders wenn man bedenkt, wie wenig Zeit Christoph Blocher hatte. Als der Tessiner Financier Tito Tettamanti vor einem Jahr bei der «Basler Zeitung» (BaZ) absprang, blieben dem Besitzer Blocher nur wenige Tage, sein Eigentum zu tarnen. Er entwarf einen, wie der Anwalt sagte, «genial eleganten» Vertrag mit Put- und Call-Optionen mit seinem Strohmann Moritz Suter: Dieser konnte die Zeitungsaktien jederzeit der Familie Blocher verkaufen; die Blochers ebenfalls schnell zurückkaufen. So bekam jeder, was er am meisten wollte: Suter ein Maximum an Sicherheit, bei Ärger jederzeit fliehen zu können, Familie Blocher das Maximum an Kontrolle.

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