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«Companys hat ein zu wenig klares Profil»

Die Pleite der Kleiderkette wirft Wellen. E-Commerce-Experte Thomas Lang analysiert im Interview, wo Fehler gemacht wurden.

Matthias Pfander
Der Kleiderkette Companys steht eine Rosskur bevor. Neun Filialen sollen nach dem Verkauf an einen neuen Besitzer erhalten bleiben.
Der Kleiderkette Companys steht eine Rosskur bevor. Neun Filialen sollen nach dem Verkauf an einen neuen Besitzer erhalten bleiben.
Keystone

Die Kleiderkette Companys ist in Konkurs gegangen, schliesst Filialen, entlässt Personal und verkauft die restlichen neun Standorte. Kommt jetzt die grosse Bereinigung im Schweizer Kleidergeschäft? Dieser Prozess ist bereits seit langem in Gang und Companys nur eines von vielen Beispielen. Und zu Ende ist der Prozess noch lange nicht. Was wurde Companys zum Verhängnis? Entweder hat ein Anbieter ein ganz klares Profil oder eine gute Nische – sonst wird es schwierig. Das Profil von Companys war zu wenig klar. Und der Fokus lag auf mittel- bis hochpreisigen Markenartikeln. In diesem Umfeld ist der Konkurrenzkampf besonders brutal geworden. Warum? Zuerst einmal wegen des Preisniveaus in der Schweiz und der Währungssituation. Im Fall von Companys kommt hinzu, dass gerade bei Markenartikeln heute vollständige Transparenz herrscht. Durch das Internet und die Online-Anbieter lassen sich Preise, Beratung und Service gut vergleichen. Inwieweit ist die Onlineberatung gegenüber der persönlichen Betreuung im Laden konkurrenzfähig geworden? Eine gut geführte Onlineberatung kann den Besuch im Laden heute wirklich überflüssig machen. Zalando beweist gut, dass dies geht. Die Zalando-App liefert aufgrund von übermittelten Fotos von Kleidungsstücken passende Alternativen oder Ergänzungen. Auch die Beratung per Telefon funktioniert bestens. Daneben gibt es Online-Unternehmen, die kuratiertes Einkaufen anbieten. Stilberater stellen ganze Outfits zusammen. All dies scheint gut zu funktionieren und anzukommen. Wer hier nicht mitzieht, verpasst nicht nur eine Chance, sondern setzt das Geschäft aufs Spiel.

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