Coop fordert Aldi und Lidl heraus

Der Detailhändler baut seine Prix-Garantie-Linie aus.

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Bei Coop beginnt das neue Jahr mit einer Kampfansage. Der Detailhändler will sein Sortiment an preisgünstigen Prix-Garantie-Produkten 2019 deutlich ausweiten, wie Marketing- und Beschaffungschef Philipp Wyss ankündigt. Ausserdem werde Coop kleinere Packungsgrössen in die Läden bringen, sagt Wyss in der «Coopzeitung». Man wolle sich nicht «von der Konkurrenz unterbieten» lassen.

Wie viele und welche günstigen Produkte dazukommen, sagt Coop nicht. Klar ist: Der Zeitpunkt der Preisoffensive ist kein Zufall. Erst letzte Woche zeigte eine Studie der Credit Suisse, wie stark die Schweizer Grosshändler von der Billigkonkurrenz bedrängt werden. Während Discounter wie Lidl und Aldi ihren Marktanteil in der Schweiz seit 2005 von einigen wenigen auf mehr als 10 Prozent steigern konnten, schrumpfte der Anteil von Migros und Coop um knapp 10 auf 58 Prozent.

Kommt hinzu: Mit ihren eigenen Billiglinien verlieren Coop und Migros laufend an Boden. Migros erlebte mit M-Budget zwischen 2005 und 2008 zwar einen Höhenflug, die Umsätze stiegen von 483 auf 771 Millionen Franken. Doch seither fielen sie wieder auf 551 Millionen Franken zurück. Ähnlich verlief die Entwicklung bei Prix Garantie. Das Label wurde 2005 lanciert, als der deutsche Harddiscounter Aldi in der Schweiz die ersten Filialen eröffnete. Bis 2008 stiegen die Umsätze von 340 auf 381 Millionen Franken, seither sanken sie auf 268 Millionen Franken. Sie sind heute also sogar noch tiefer als im Jahr, in dem die Marke eingeführt wurde.

Bei der Migros heisst es, die Fläche für M-Budget-Produkte sei in den letzten Jahren reduziert worden – auf Kosten von nachhaltigen und gesunden Produkten. Seit 2017 sei das Sortiment aber stabil geblieben, darum sei der Umsatz 2018 wieder leicht angestiegen.

Sascha Jucker, Detailhandelsexperte bei der Credit Suisse, führt die schrumpfenden Umsätze bei den Billiglinien auf den Einkaufstourismus zurück – und auf die grösser werdende Konkurrenz durch die Discounter. Diese wuchs, obwohl die beiden Grossverteiler nicht nur mit den Billiglabels die Preise nach unten drückten, sondern auch bei Eigenmarken und Markenartikeln Abschläge gewährten.

Immerhin: Bei den Discountern trete nun langsam ein Sättigungseffekt ein, glaubt CS-Experte Jucker. «Ihre Expansion wird anhalten, aber sie wird nicht mehr so schnell vorangehen wie in den letzten Jahren.» Franziska Kohler

Erstellt: 13.01.2019, 09:59 Uhr

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