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Coop zieht den Eltern das Geld aus der Tasche

Mit «Jamadu» lässt Coop Kinderherzen höher schlagen. Die Eltern müssen für das Kindersortiment aber tiefer ins Portemonnaie greifen.

Coop-Chef Hansueli Loosli machte aus den Überlegungen, die hinter der Lancierung der Kinderlinie Jamadu stecken, nie einen Hehl. «Mit den Labels sprechen wir neue Zielgruppen an», sagte er vor der Markteinführung. «Das bringt uns zusätzliche Umsätze.» Die auf Kinder im Alter zwischen vier und neun Jahren ausgerichtete Linie kommt gut an. Im Frühling 2007 mit 20 Artikeln aus dem Lebensmittel- und Spielwarenbereich gestartet, umfasst das Jamadu-Sortiment heute bereits rund 50 Artikel im Lebensmittelbereich, wie Coop-Sprecher Karl Weisskopf auf Anfrage sagte. Dazu kommen einzelne weitere Artikel wie T-Shirts oder Spielwaren.

Der Detailhändler buhlt intensiv um die lukrative Zielgruppe der kleinen Kunden. Auf einer eigenen Website (www.jamadu.ch) leistet sich Coop einen aufwändigen Internetauftritt mit hübsch programmierten Spielen. In den Coop-Restaurants stehen seit Anfang Jahr niedrig gebaute «Jamadu»-Kinderbuffets, wo sich die kleinen Gäste ihr Menü selber oder mit Hilfe der Eltern zusammenstellen können. Kinderkonzerte und ähnliche Veranstaltungen runden das Ganze ab. «Jamadu umfasst die wichtigsten Lebensbereiche einer aktiven Kinderwelt», fasst Coop-Sprecher Weisskopf zusammen.

«Wir sind sehr zufrieden»

Mit der Entwicklung der «Jamadu»-Linie ist man bei Coop sehr zufrieden. «Sie ist ein echter Erfolg», so Weisskopf. «Wir haben in kurzer Zeit einen hohen Bekanntheitsgrad und eine hohe Sympathie erreicht.» Wie sich dies in Franken und Rappen ausdrückt, will Coop allerdings nicht verraten. «Umsatzzahlen geben wir nicht bekannt.» Zumindest die Margen auf den Jamadu-Produkten dürften fürstlich sein, wie ein Vergleich dieser Zeitung zeigt (siehe Kasten). Gegenüber herkömmlichen Coop-Eigenmarken zeigen sich teils massive Preisunterschiede.

So sind etwa die «Jamadu»-Joghurts Aprikose/Himbeere satte 78 Prozent teurer als die herkömmliche Eigenmarke. Beim Apfelsaft sind es 71 Prozent Mehrpreis bei nur leicht kleinerer Verpackungsgrösse. Von sechs verglichenen Produkten sind viermal die Jamadu-Artikel teurer. Bei der Bio-Milch in der 2,5-dl-Verpackung gibt es keinen Preisunterschied, und bei den Äpfeln der Sorte Summerred sind die für den Normalverkauf nicht geeigneten Früchte von Jamadu im 1,5-Kilo-Sack sogar günstiger als die normalgrossen Äpfel im Offenverkauf. Der Vergleich ist allerdings nicht repräsentativ; für viele der Jamadu-Produkte gibt es kein Eigenmarken-Pendant. Das macht Vergleiche fast unmöglich.

Nicht frei von Zusätzen

Was sagt Coop zum teuren Image? «In der Regel haben Jamadu-Produkte den gleichen Preis wie vergleichbare Eigenmarken-Produkte», meint Sprecher Weisskopf. «In einzelnen Fällen ist der Preis leicht höher, falls ein klarer Mehrwert verbunden ist.» Diesen sieht Weisskopf etwa darin, dass die Jamadu-Produkte zu einem erhöhten Konsum von Früchten und Gemüse führen würden. Wer allerdings glaubt, mit Jamadu seinem Kind etwas besonders Gesundes zu bieten, der irrt: Weder stammen die Produkte der Kinderlinie ausnahmslos aus biologischem Anbau, noch sind sie völlig frei von Lebensmittelzusätzen (E-Stoffe). Coop antwortet auf diese Feststellungen ausweichend und verweist auf die «strengen internen Richtlinien», welche die Jamadu-Produkte erfüllen müssten. «Sie sind auf die spezifischen Bedürfnisse von Kindern ausgerichtet.»

Klar ist jedenfalls, dass sich das Jamadu-Geschäft lohnt. «Wir werden das Sortiment und die Dienstleistungen laufend ausbauen», sagt Coop-Sprecher Weisskopf.

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