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Credit Suisse kürzt Boni

CS-Chef Tidjane Thiam senkt den Bonus seiner Schweizer Mitarbeitenden – aber auch seinen eigenen.

Reformer unter Druck: CS-CEO Tidjane Thiam sagt, auch er müsse Opfer bringen. (4. Februar 2016)
Reformer unter Druck: CS-CEO Tidjane Thiam sagt, auch er müsse Opfer bringen. (4. Februar 2016)
AFP

Es waren tiefrote Zahlen, die Tidjane Thiam für sein erstes Jahr als Credit-Suisse-Chef am Donnerstag präsentieren musste. Die CS hat einen Jahresverlust von 2,9 Milliarden Franken ausgewiesen.

Die Grossbank reagierte prompt. Die Credit Suisse streiche bei den Schweizer Mitarbeitern die Boni um bis zu 75 Prozent, sagt ein auf Finanzinstitute spezialisierter Headhunter gegenüber der «SonntagsZeitung». Betroffen sei demnach vor allem das untere Management. Auf höherer Stufe wie Managing Director würden die Boni derweil unangetastet bleiben oder nur leicht gekürzt.

Ein auf die Entschädigung von Kadermitarbeitern spezialisierter Berater bestätigt die Einschnitte. Es treffe dabei auch junge Mitarbeiter, die einen Grossteil ihrer Ziele erreicht hätten. Bei der Bank droht nun ein Exodus unzufriedener Mitarbeiter.

Die Bank weist darauf hin, dass die Angaben einer Bonuskürzung in Höhe von 75 Prozent nicht repräsentativ seien. Im Interview mit der «SonntagsZeitung» sprach Thiam indes von einer durchschnittlichen Reduktion der Boni für die gesamte Bank von 11 Prozent. Die Mitarbeitenden im Investmentbanking, welches überwiegend nicht in der Schweiz angesiedelt ist, müssen durchschnittlich eine Bonus-Einbusse von 36 Prozent hinnehmen.

Kürzung des eigenen Bonus beantragt

Und auch Konzernchef Thiam verzichtet auf einen Teil seines Lohnes. Im Interview mit der «SonntagsZeitung» sagt er: «Ich habe beim Verwaltungsrat eine markante Kürzung meines Bonus beantragt. Innerhalb des Führungsteams ist der Einschnitt bei mir am grössten.» Er könne nicht von anderen Opfer verlangen und selber keines bringen.

Bezüglich dem im Oktober gemachten Ausblick für das Jahr 2018 fühlt er sich missverstanden. «Ich habe nie das Ziel verkündet, dass wir 2018 einen Gewinn von 9 bis 10 Milliarden machen», sagt Thiam. Diese Bandbreite habe er nur zur Illustration eingeführt. Laut Thiam wäre es «selbstzerstörerisch», dem Investmentbanking Gewinnziele vorzugeben.

Schwieriges Marktumfeld

Der Konzernleiter räumt ein, dass das schwierige Marktumfeld den Turnaround des Unternehmens erschwert. Aber er sieht darin auch Vorteile. «Es erleichtert die Durchsetzung der Restrukturierung. Lange Diskussionen um die Notwendigkeit fallen weg.»

Ohne die Ende 2015 getätigte Kapitalerhöhung stünde die Credit Suisse laut Thiam heute schlecht da. «Gott sei Dank haben wir unser Eigenkapital um 6 Milliarden Franken gestärkt. Ich will mir gar nicht ausmalen, in welcher misslichen Lage wir sonst heute stecken würde.»

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