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Credit Suisse zahlt 885 Millionen Dollar

Schlusspunkt im Streit um toxische Hypotheken: Die Schweizer Grossbank begleicht Ansprüche der US-Baufinanzierer Fannie Mae und Freddie Mac. Dies drückt den Gewinn des letzten Jahres.

Begleicht Ansprüche in den USA: Die Grossbank Credit Suisse.
Begleicht Ansprüche in den USA: Die Grossbank Credit Suisse.
GIAN EHRENZELLER, Keystone

Die Grossbank Credit Suisse (CS) hat mit der Federal Housing Finance Agency (FHFA) einen Vergleich über 885 Millionen Dollar geschlossen. Damit begleicht das Finanzinstitut Ansprüche im Zusammenhang mit umstrittenen Hypothekengeschäften in den USA.

Die Ansprüche beträfen den Verkauf von verbrieften Immobilienkrediten (Residential Mortgage-backed Securities) im Umfang von rund 16,6 Milliarden Dollar zwischen 2005 und 2007, teilt die CS mit. Mit der Zahlung seien sämtliche Ansprüche in zwei hängigen Klagen beglichen, welche die FHFA gegen die Credit Suisse eingereicht hatte.

Schaden von 1,2 Milliarden Dollar geltend gemacht

Die Federal Housing Finance Agency vertritt die Baufinanzierer Fannie Mae und Freddie Mac, die in den Jahren 2004 bis 2007 bei Hypothekenverbriefungen angeblich von 18 Banken in die Irre geführt worden sind. Sie machten einen Schaden von 1,2 Milliarden Dollar plus Zinsen geltend.

CS-Chef Brady Dougan zeigte sich vergangenen Sommer noch zuversichtlich. Er erwarte keine erhebliche Belastung, sagte er Ende Juli bei der Präsentation der Quartalszahlen in Zürich. «Wir glauben, dass wir verantwortlich gehandelt haben.»

Gemäss einer Mitteilung der FHFA zahlt die Credit Suisse nun rund 651 Millionen Dollar an Fannie Mae und 234 Millionen Dollar an Freddie Mac. Dies sei nun der insgesamt neunte Vergleich, der mit einer der 2011 angeklagten Banken abgeschlossen worden sei.

UBS zahlte ebenfalls 885 Millionen Dollar

Die Regulierungsbehörde hatte den Banken vorgeworfen, Fannie Mae und Freddie Mac zwischen 2005 und 2007 Subprime-Hypotheken auf der Basis von Dokumenten verkauft zu haben, welche falsche Angaben enthielten oder nicht vollständig waren.

Im Juli vergangenen Jahres hatte die UBS bereits einem Vergleich über ebenfalls 885 Millionen Dollar zugestimmt. Die Bank zahlte rund 415 Millionen Dollar an Fannie Mae und 470 Millionen Dollar an Freddie Mac.

Die beiden grössten Baufinanzierer der USA waren ursprünglich private, aber vom Staat unterstützte Unternehmen. Sie hatten Hypotheken von Banken und anderen Kreditinstituten gekauft, sie gegen Kreditausfall versichert und die Pakete an Investoren in der ganzen Welt verkauft.

Als auf dem Höhepunkt der Finanzkrise immer mehr Schuldner ihre Kredite nicht mehr abbezahlen konnten, mussten Fannie Mae und Freddie Mac für die Verluste aufkommen und gerieten ins Straucheln. Im September 2008 wurden die Geldhäuser wegen drohenden Konkurses schliesslich verstaatlicht und von der US-Regierung mit Milliardenbeträgen gerettet.

Rechnung wird belastet

Die Zahlung wird im Geschäftsjahr 2013 verbucht. Die Jahresrechnung werde nun mit 275 Millionen Franken belastet, was dazu führt, dass im vierten Quartal ein Reinverlust von 8 Millionen Franken in den Büchern stehen wird. Für das Gesamtjahr 2013 beläuft sich der ausgewiesene Vorsteuergewinn gemäss CS auf 3,994 Milliarden Franken, der Reingewinn auf 2,794 Milliarden Franken (bisher 3,069 Milliarden Franken).

Die endgültige geprüfte Jahresrechnung 2013 der Credit Suisse wird im Geschäftsbericht 2013 enthalten sein. Dieser wird am 3. April veröffentlicht. Gleichzeitig werde die CS eine endgültige Fassung des Berichts für das vierte Quartal 2013 veröffentlichen, heisst es weiter.

SDA/mw

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