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CS macht Lehman-Geschädigten Offerten

Lange hat die Credit Suisse sich geziert, Zahlungen an Anleger, die Opfer der Lehman-Pleite wurden, zu entschädigen. Nun hat sie ersten geschädigten Anlegern konkrete Angebote gemacht.

Die Offerten würden telefonisch unterbreitet, sagte Credit-Suisse-Sprecher Georg Söntgerath am Mittwoch auf SDA-Anfrage zu entsprechenden Medienberichten. Das schriftliche Angebot folge später.

Der «Blick» hatte von einem Kunden berichtet, dem die CS angeboten habe, die Papiere der zusammengebrochenen US-Investmentbank für 55 Prozent der Anlagesumme zurückzukaufen. Der Kunde habe eine Frist von drei Tagen bekommen, um das Angebot anzunehmen.

Entschädigung nicht für alle Opfer

Die Höhe des Angebots und die Dauer der Frist seien nicht bei jedem Kunden gleich. «Wir gehen auf die individuelle Situation ein. Es können drei Tage sein, es kann im Einzelfall auch länger sein», sagte Söntgerath. Zu Einzelfällen könne er nicht Stellung nehmen.

Das sei ein freiwilliges Angebot der Credit Suisse: «Wir wollten jenen entgegenkommen, die besonders betroffen sind», sagte der Sprecher. Die Alternative wäre, dass die Kunden in einem Prozess gegen Lehman sehr lange warten müssten.

Entschädigt werden aber nicht alle Opfer der Lehman-Pleite. Es bekämen nur Kunden ein Angebot, die am 31. August Vermögenswerte von bis zu 500'000 Franken bei der CS gehabt hätten und davon über die Hälfte in kapitalgeschützten Lehman-Produkten angelegt gehabt hätten, sagte Söntgerath.

Keine Anreize für Lehman-Produkte

Wie viele Kunden solche Papiere in ihren Depots hätten, wollte er nicht bekannt geben. Auch zur die Anlagesumme schwieg Söntgerath. Der «Tages-Anzeiger» schrieb unter Berufung auf interne Quellen der Grossbank von 4500 betroffenen Kunden. Ihre Lehman-Anlagen hätten auf dem Papier einen Wert von insgesamt 700 Millionen Franken.

«Ob Kunden das CS-Angebot angenommen haben, kann ich nicht sagen», sagte Söntgerath weiter. Dass die CS-Anlageberater die Lehman-Produkte aktiv den Kunden angeboten hätten, bestätigte er. Aber: die strukturierten Produkte der US-Investmentbank seien nicht offensiver vertrieben worden als diejenigen anderer Banken.

«Es gibt keinen speziellen Vertrag mit Lehman. Es hat keine besonderen Anreize gegeben, Lehman-Produkte zu verkaufen», sagte Söntgerath. Die CS-Kundenberater hätten beim Verkauf von Lehman- Produkten nicht besser verdient als bei Produkten anderer Banken. «Es hätten genauso gut CS-Produkte sein können.»

Mehrere Banken betroffen

Andere Banken zeigen sich auskunftsfreudiger: Bei der UBS gibt es gemäss früheren Angaben nur 23 Kunden mit hohem Anteil an Lehman- Produkten in ihren Depots.

Die Luzerner Kantonalbank LUKB gewährt mittlerweile vollen Kapitalschutz, nachdem sie dies zuvor kategorisch zurückgewiesen hatte. Die LUKB war lediglich Vermittlerin von Lehman-Produkten, und wäre damit rechtlich nicht zu Entschädigungen verpflichtet.

Im Unterrschied dazu gewährte die Berner Kantonalbank BEKB von Anfang an Kapitalschutz. Sie war zusammen mit Lehman Brothers als Co-Emittent aufgetreten.

Die Zürcher Kantonalbank ZKB habe strukturierte Produkte von Lehman Brothers nie aktiv vertrieben, sondern nur auf ausdrücklichen Kundenwunsch hin und mit der entsprechenden Risikoaufklärung, sagte Sprecherin Sibylle Umiker.

Die finanziellen Schäden bei ZKB-Kunden bewegten sich im niedrigen zweistelligen Millionenbereich und hingen grösstenteils mit Obligationen von Lehman zusammen, sagte Umiker.

Die inzwischen wertlosen Lehman-Papiere in Schweizer Bankdepots sorgen seit Wochen für Aufregung und haben zu vielen Anrufen verunsicherter Kunden bei Bankenombudsman Hanspeter Häni geführt. Stellenweise war die Beratungsstelle überlastet.

SDA/mbr

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