CS will weitere Milliarde sparen – Aktie hebt ab

Die Credit Suisse gab heute einen Überblick über ihre strategischen Ziele. Die Investoren reagieren positiv.

Senkt seine Gewinnziele: CS-Chef Tidjane Thiam, hier bei einer Pressekonferenz in Zürich. (10. Mai 2016)

Senkt seine Gewinnziele: CS-Chef Tidjane Thiam, hier bei einer Pressekonferenz in Zürich. (10. Mai 2016) Bild: Ennio Leanza/Keystone

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Die Credit Suisse verschärft ihren Sparkurs. Bis 2018 sollen die Kosten auf weniger als 17 Milliarden Franken sinken. Bisher lag dieses Ziel bei weniger als 18 Milliarden Franken.

Stark sinken sollen dabei gemäss den Präsentationsunterlagen die Ausgaben in der Investmentbanking-Einheit Global Markets. Bis 2018 soll diese Einheit jährlich 600 Millionen Franken weniger kosten. Zusätzliche 200 Millionen Franken will die Credit Suisse auch in der Schweizer Bank einsparen.

Allerdings war nicht klar, ob es zu einem weiteren Stellenabbau kommen würde. CS-Chef Tidjane Thiam wollte auch an der Telefonkonferenz nichts Konkretes dazu sagen und keine Zahlen nennen. Er sagte lediglich: «Wir haben einen Plan, geben ihn jedoch nicht bekannt.»

Aktie bei knapp 15 Franken

Das diesjährige Sparziel von 1,4 Milliarden Franken werde man übertreffen, teilt die CS mit. Bis Ende Dezember werde man 1,6 Milliarden Franken eingespart haben.

An der Börse fiel die Reaktion positiv aus. Die CS-Aktie stand rund eine halbe Stunde nach Handelsstart um 4 Prozent im Plus, um 10 Uhr notierte sie gar mehr als 6 Prozent stärker als beim Vortagesschluss. Bereits gestern hatte der Kurs des Beteiligungspapiers mehr als 4 Prozent zugelegt. Die CS-Aktie, die Ende Juli/Anfang August nur noch rund 10 Franken wert war, durchbrach heute Morgen wieder die Marke von 15 Franken.

Kursverlauf der CS-Aktie am Mittwochmorgen. (Grafik: Swissquote)

Gesenkte Gewinnziele

Die CS senkte heute auch ihre Gewinnziele. Statt 6,5 Milliarden Franken sollen die drei Hauptstandbeine Internationale Vermögensverwaltung, Asiengeschäft und die Schweizer Bank bis 2018 einen Vorsteuergewinn von 5,7 Milliarden Franken erzielen. Bei ihrer grössten Einheit, dem Schweizer Geschäft, hält die CS jedoch am früheren Gewinnziel fest. Es bleibt bei einem Vorsteuergewinn von 2,3 Milliarden Franken, der im Jahr 2018 erreicht werden soll. Die Schweizer Universalbank laufe gut, teilte die Credit Suisse mit.

Als der damals neue CS-Chef Tidjane Thiam im Oktober 2015 seine Ziele bekannt gab, galten sie schon damals als ambitiös. Weil kurz nach der Bekanntgabe die Märkte drehten, wurde das Erreichen dieser Ziele noch anspruchsvoller. Zu anspruchsvoll, hat jetzt Thiam entschieden.

Festhalten an Strategie

Er hält zwar an der damals vorgegebenen Strategie einer Konzentration auf den Schweizer Heimmarkt und auf die vermögenden Kunden in den Schwellenländern fest. Seine finanziellen Ziele passt er jedoch nach unten an.

Mit dem neuen Gewinnziel von 5,7 Milliarden Franken liegt die Credit Suisse aber immer noch über den Gewinnzielschätzungen der Analysten. Sie waren im Vorfeld von einem Gewinnziel von nur 4,5 Milliarden Franken ausgegangen. Die Ziele der Grossbank dürften darum in den Augen der Analysten weiterhin als hochgesteckt gelten.

Stellenabbau erwartet

Erreichen will die Credit Suisse diese Marke unter anderem mit einem nochmals verschärften Sparprogramm. Das Sparziel wird von 3,2 auf 4,2 Milliarden Franken erhöht. 2018 sollen damit die Ausgaben unter 17 Milliarden Franken sinken.

Diese erneute Kostensenkung wird unweigerlich zu einem weiteren Stellenabbau führen. Laut den Präsentationsunterlagen hat die Credit Suisse im laufenden Jahr schon 6050 Stellen abgebaut. Damit hat sie ihr eigenes Ziel mit von einen Minus von 6000 Stellen für 2016 bereits übertroffen.

Höhere Effizienz angestrebt

Neben mehr Sparen setzt die Grossbank zudem auf eine Steigerung der Einnahmen. So soll laut Thiam die neue IT-Plattform zu höheren Erträgen führen. Für die Schweizer Bank gab er das Ziel von einem Plus von 200 Millionen Franken aus.

Tiefere Ausgaben bei gleichzeitiger Steigerung der Effizienz: Damit verordnet Thiam der Grossbank keinen neuen Kurs, sondern nur ein erhöhtes Tempo. «Nach einem Jahr Umbau der Bank glauben wir, dass unsere Strategie funktioniert», sagte er denn auch.

Entsprechend unverändert sind damit auch die weiteren strategischen Ziele. So ist die Credit Suisse nach wie vor überzeugt, dass sie 2019 die erhöhten Kapitalanforderung durch die Revision von Basel III erfüllen wird. Auch der Börsengang der Schweizer Bank sei auf Kurs, sagte Thiam. Dieser ist weiter in der zweiten Jahreshälfte 2017 geplant. (rub/sda)

Erstellt: 07.12.2016, 07:32 Uhr

USA stossen Schweiz vom Sockel

Die USA haben in den vergangenen Jahren kontinuierlich ihre Position als grösster Vermögensverwalter der Welt ausgebaut. Eine Analyse der 500 grössten Fondshäuser der Welt zeigt, dass rund 52,5 Prozent der Spargelder mittlerweile in den USA angelegt werden. Das ist gegenüber 2005 eine markante Steigerung um 10,6 Prozentpunkte.

Leidtragende dieses Wachstums sind laut einer gemeinsamen Untersuchung der amerikanischen Finanzzeitung «Pension & Investments» und der Beratungsgesellschaft Willis Towers Watson vom Dienstag einige europäische Länder sowie Japan. So sank der Anteil Grossbritanniens an den verwalteten Aktiva von derzeit rund 77 Tausend Milliarden Dollar seit 2005 von 10,9 auf 8,7 Prozent. In Deutschland legten die 500 grössten Vermögensverwalter der Welt in den vergangenen zehn Jahren statt 7,5 Prozent nur noch rund 6 Prozent ihrer Gelder an. Und Japan bekommt an Stelle von ehemals 6,9 Prozent mittlerweile nur noch rund 5,2 Prozent vom Kuchen.

Den grössten Einbruch bei der Attraktivität verzeichnete allerdings die Schweiz. Ihre Anteile an den verwalteten Vermögen bei den betrachteten Institutionen rutschten von rund 8,6 Prozent im Jahr 2005 auf knapp unter 4 Prozent per Ende 2015. Die USA stiessen somit die Schweiz innerhalb einer Dekade erfolgreich vom einstigen Siegerpodest auf einen Marktanteil unter ferner liefen. (sda)

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