Zum Hauptinhalt springen

CS-Präsident kritisiert früheren Bonus für Dougan

Urs Rohner sieht die Credit Suisse für einen neuen Krisenfall gerüstet. Man könne auf bis zu 100 Milliarden Franken zurückgreifen. Kritik übt er am System, das 2004 zu Brady Dougans Bonus führte.

«Im Nachhinein muss man sagen, dass der Hebel viel zu hoch war»: Urs Rohner (r.) und Brady Dougan an der CS-Generalversammlung in Zürich. (27. April 2012)
«Im Nachhinein muss man sagen, dass der Hebel viel zu hoch war»: Urs Rohner (r.) und Brady Dougan an der CS-Generalversammlung in Zürich. (27. April 2012)
Keystone

Der Verwaltungsratspräsdident der Credit Suisse, Urs Rohner, gibt sich selbstbewusst, was die Sicherheit seiner Bank anbelangt. «Es ist äusserst unwahrscheinlich, dass unsere Bank jemals in existenzielle Probleme geraten könnte», sagte er gegenüber «NZZ am Sonntag» (Artikel online nicht verfügbar).

Das Eigenkapital plus die Wandelanleihen, die im Krisenfall in Eigenkapital umgewandelt werden könnten, betrage über 50 Milliarden Franken. Zusammen mit weiteren Formen von anrechenbarem Kapital komme die Credit Suisse (CS) auf ein Total von 100 Milliarden Franken, die zur Deckung von Verlusten bereitstünden, sagte er. «Das ist mehr als das Doppelte des UBS-Verlustes während der Krise.»

Ohnehin sei die CS heute eine andere Bank als noch vor drei Jahren. Das Finanzinstitut hat etwa das Investmentbanking reduziert. Die Kapitalaufteilung zwischen der Investmentbank und der Vermögensverwaltung stehe heute im Verhältnis 60 zu 40. «Unser Ziel ist ein Verhältnis von 50 zu 50», sagte Rohner weiter.

Selbstkritik wegen Dougan-Bonus

Vom Investmentbanking will sich Rohner nicht abwenden. «Ich bin überzeugt, dass wir eine Investmentbank haben, die in guten Jahren 3 bis 4 Milliarden Franken Vorsteuergewinn erzielen kann», führt er aus. Diese Mittel könne die CS in andere Geschäfte stecken, etwa in den Ausbau des globalen Vermögensverwaltungsgeschäfts.

Selbstkritisch gab sich der Top-Banker bezüglich der Vergütung von Brady Dougan im Jahr 2004. Damals wurde ein langfristiges Bonusprogramm verabschiedet, das dem CS-Chef verteilt über mehrere Jahre 70 Millionen Franken zusicherte. Rohner hält zwar die Anreize für richtig, mit langen Fristen Topmanager über Jahre an eine Bank zu binden. «Allerdings», so Rohner, «im Nachhinein muss man sagen, dass der Hebel viel zu hoch war.»

SDA/rub

Dieser Artikel wurde automatisch aus unserem alten Redaktionssystem auf unsere neue Website importiert. Falls Sie auf Darstellungsfehler stossen, bitten wir um Verständnis und einen Hinweis: community-feedback@tamedia.ch