Das iPhone X ist ein Flop

Der schlechte Verkauf zeigt: Auch für Apple gibt es eine preisliche Schmerzgrenze.

Ist das iPhone X zu teuer? Arbeiter installieren eine Werbetafel in San Francisco.

Ist das iPhone X zu teuer? Arbeiter installieren eine Werbetafel in San Francisco. Bild: Eric Risberg/Keystone

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Es war alles angerichtet für einen neuen Superzyklus, einen weiteren grossen Sprung nach oben für Apple. Die Hype-Maschine drehte schon Wochen zuvor, das iPhone X sollte dem Konzern einen neuen grossen Verkaufserfolg bescheren. Doch nun wird immer klarer: Diese Hoffnung erfüllt sich nicht. Was ist da bloss los? War das iPhone mit der symbolträchtigen römischen Zahl 10 im Namen etwa doch nicht das, worauf die Fans sehnsüchtig gewartet hatten?

Zum Verkaufsstart Anfang November letzten Jahres sah noch alles anders aus. Wer das Smartphone – Startpreis 1199 Franken – nicht vorbestellt hatte, musste warten; die neue Methode zum Entsperren per Gesichtserkennung erregte viel Aufmerksamkeit und spornte Nachahmer an.

Vielen ist das iPhone X zu teuer

Doch schon bald trafen schlechte Nachrichten ein. Von Zulieferern aus Asien sickerte durch, dass sie die Produktion zurückfahren mussten. Auch Erzrivale Samsung, der pikanterweise die Bildschirme für das iPhone X liefert und sich ein gutes Geschäft erhofft hatte, musste die Erwartungen zurückschrauben. Mehr und mehr Banken und Analysten setzten ihre Verkaufsschätzungen herunter.

Schliesslich gab die Investmentbank Piper Jaffray eine Umfrage unter 1500 iPhone-Besitzern in Auftrag, die klären sollte, warum sie nicht auf das neue Spitzenmodell umgestiegen waren. Dabei zeigte sich: Knapp jedem Dritten ist das iPhone X zu teuer. 40 Prozent der Befragten gaben zudem an, ihr altes iPhone funktioniere doch noch, warum sollten sie da ein neues kaufen?

Keine grossen Fortschritte mehr

Das sind schlechte Nachrichten für Apple. Denn damit wird die Tendenz bestätigt, dass die Fortschritte von Generation zu Generation bei Smartphones nicht mehr so gross ausfallen. Das scheint nun auch bei vielen Nutzern angekommen zu sein. Lenovo macht für Motorola sogar schon Werbung damit: «Geniale Smartphones gehen auch günstig», stabreimen die Marketing-Leute des chinesischen Konzerns.


Das iPhone X im Alltagstest
Wie gut ist das neuste und teuerste Apple-Handy? Unser Autor hatte es eine Woche lang ausprobiert. (Abo+)


Ausserdem zeigt das Ergebnis, dass selbst Apple die Preise für Smartphones nicht nach Belieben nach oben treiben kann. Mag beim iPhone X auch der sehr teure Bildschirm eine Rolle für den hohen Verkaufspreis gespielt haben – er verschlingt alleine geschätzt etwa ein Drittel der Materialkosten –, den Nutzern ist das egal. 1199 Franken für ein Handy mit dafür recht mageren 64 Gigabyte Speicher liegt offenbar über der Schmerzgrenze. Hinzu kommt, dass die iPhones 8 und 8 plus technisch kaum hinter dem X zurückstehen.

Es verwundert daher nicht, dass zumindest nach aktueller Gerüchtelage das iPhone X keine Zukunft hat. Wie Apple sich entscheidet, ob es etwa die für den Konzern neue Bildschirmtechnik Oled des X-Modells übernimmt, wieder auf LCD setzt oder beides verwendet, darüber werden einschlägigen Auguren noch viel zu schreiben haben. Viele Anleger jedenfalls erwarten, dass Apples neue Produkte besser einschlagen.

Erstellt: 24.04.2018, 09:09 Uhr

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