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«Das ist Business, jammern nützt gar nichts»

Die Swiss wirft der Etihad Wettbewerbsverzerrung vor. Airline-Chef James Hogan weist die Kritik als «lächerlich» zurück und holt zum Gegenschlag aus.

Bild: Christian Zürcher
Stellten die neue Airline vor: James Hogan, Präsident und Chief Executive Officer von Etihad Airways (in der Mitte), Maurizio Merlo, Chief Executive Officer Darwin Airline (l.), und Peter Baumgartner, Chief Commercial Officer von Etihad Airways. (16. Januar 2014)
Stellten die neue Airline vor: James Hogan, Präsident und Chief Executive Officer von Etihad Airways (in der Mitte), Maurizio Merlo, Chief Executive Officer Darwin Airline (l.), und Peter Baumgartner, Chief Commercial Officer von Etihad Airways. (16. Januar 2014)
Keystone
Vorbei: Eine Darwin-Maschine am Schweizer Himmel.
Vorbei: Eine Darwin-Maschine am Schweizer Himmel.
Keystone
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Etihad-Chef James Hogan weist Vorwürfe der Fluggesellschaft Swiss wegen angeblicher Wettbewerbsverzerrung zurück. Die Kritik sei lächerlich und falsch. «Wir erhalten keine Subventionen und wir bezahlen marktübliche Kerosinpreise», sagte Hogan in einem Interview mit der Zeitung «Schweiz am Sonntag».

Die Airline, die eng mit den Herrscherfamilien aus dem ölreichen arabischen Emirat Abu Dhabi verflochten ist, geniesse allerdings auch Vorteile, räumte Hogan ein. «Zum Beispiel sind die Einkommen unserer Angestellten steuerfrei, wir haben als junge Airline keine Altlasten und wir haben nur eine Homebase. Das macht die Operation einfacher», erklärte der Australier.

Jede Airline geniesse gewisse Vorteile

«Und wir sind flexibler mit der Einsatzplanung der Crew, weil wir kein Senioritätsprinzip haben.» Allerdings habe jede Airline gewisse Vorteile zu Hause. «Ich hätte liebend gerne die Schweizer Flughafeninfrastruktur in Abu Dhabi», sagte Hogan, während sich die Swiss seit längerem über hohe Flughafengebühren in Zürich beklagt.

Er sei «sehr enttäuscht», wenn er «von professionellen Leuten solche dahingeschmissenen Sätze höre», sagt Hogan in der «Schweiz am Sonntag». «Sie werden nie von mir hören, dass die meisten europäischen Airlines vor 25 Jahren dem Staat gehörten, dann alle ihre Schulden abgeschrieben und an die Privatwirtschaft übergeben wurden. Die europäischen Airlines haben ihre Infrastruktur vor 50, 60 Jahren nicht selber gebaut, sondern ihre Regierung.» Das sei damals schliesslich auch ein Vorteil gewesen. «Aber das ist Business, jammern nützt gar nichts.»

Preiskampf

Die Swiss sieht sich gegenüber den finanzstarken arabischen Airlines wie Etihad oder auch Emirates benachteiligt. Dank günstiger Rahmenbedingungen könnten diese den Markt mit Preisangeboten aufmischen, mit denen europäische Fluggesellschaften nicht mithalten können, liess sich Swiss-Manager Jean-Pierre Tappy kürzlich in der NZZ zitieren.

Von einem fairen Wettbewerb könne keine Rede sein. So könnten die Golf-Airlines ihre Hubs rund um die Uhr betreiben, zahlten weder Steuern noch Sozialabgaben und hätten auch nicht mit steigenden Gebühren zu kämpfen. Tappy forderte deshalb ein Umdenken der Schweizer Behörden.

Etihad hat am Donnerstag die Offensive in der Schweiz lanciert. Die Gesellschaft will bei der Tessiner Darwin Airline einsteigen und benennt diese in Etihad Regional um. Geplant sind Flüge als Zubringer für das Langstreckennetz sowie zu europäischen Zielen. Zudem verbindet die Muttergesellschaft Etihad künftig nach Genf auch Zürich mit ihrem Drehkreuz in Abu Dhabi.

Mit Ermotti gesprochen

Etihad hat im November angekündigt, bei Darwin durch eine Kapitalerhöhung einen Drittel der Anteile zu übernehmen. In diesem Zusammenhang habe er auch mit UBS-Chef Sergio Ermotti, der sich am Aufbau von Darwin beteiligte und bis 2012 den Verwaltungsrat präsidierte, gesprochen, sagte Hogan: «Ja, natürlich. Ich habe mich mit allen wichtigen Leuten bei Darwin unterhalten.»

SDA/mrs

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