Das sieht nach Pfusch aus

Der zweite Absturz einer Postdrohne legt gravierende Sicherheitsmängel offen. Immer wieder kommt es zu Pannen.

Absturz im Wald: Die Postdrohne erlitt Totalschaden. Foto: Sust

Absturz im Wald: Die Postdrohne erlitt Totalschaden. Foto: Sust

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Autonome Autos auf den Strassen, selbstständig fahrende Roboter auf dem Trottoir und Drohnen in der Luft: Sie sollen unsere Verkehrsprobleme lösen. Und tatsächlich, dank den Drohnen der Post konnten manche Autofahrten zwischen Laboren und Spitälern vermieden werden. Die Postdrohnen absolvierten bisher in Lugano, Bern und Zürich über 3000 erfolgreiche Flüge.

Doch nach zwei Abstürzen in Folge stellt sich die Frage, ob die Post nicht etwas gar leichtsinnig mit den neuen Technologien umgeht. Immer wieder kommt es zu Pannen. Der Versuch mit den selbstfahrenden Minipostautos in Sitten musste wegen eines Zusammenstosses mit einem Lieferwagen unterbrochen werden. Mittlerweile hat die Post auch die Tests mit den Lieferrobotern gestoppt, weil diese ein Verkehrsrisiko darstellten.

Was die Drohnenabstürze anbelangt, so kann man nur von Glück reden, dass bisher keine Menschen verletzt wurden. Laut dem jüngsten Untersuchungsbericht war der Fallschirm so dilettantisch an einem scharfkantigen Metallstück befestigt, dass die Leine riss, als er aufgespannt wurde, wodurch die 13 Kilo schwere Drohne ungebremst in den Wald stürzte, gleich neben eine Gruppe spielender Kinder. Die erste Drohne stürzte in den Zürichsee, doch wäre der Absturz etwas später erfolgt, wäre die Drohne auf die Landiwiese mit ihren vielen Spaziergängern gestürzt. Ursache war ein Kurzschluss wegen Kondenswasser – bei schönstem Wetter. Offenbar war die Steckverbindung nicht gut isoliert. Fazit: Es sieht nach Pfusch aus.

Absturzstelle der Drohne (rot) im Waldstück «Ob der Hueb» unweit von spielenden Kindern im Wald (blau). Der Fallschirm (orange) wurde rund 330 Meter nordöstlich in den Bäumen geborgen. Quelle der Karte: Bundesamt für Landestopografie.

Was die Sicherheit der Drohnen anbelangt, soll dank Nachbesserungen alles besser werden, was die Vorschriften anbelangt, wartet man auf neue Regeln der EU, die nächstes Jahr kommen sollen. Wenn das so weitergeht, wird es wohl noch Verletzte geben müssen, bis die Betreiber und die Behörden begreifen, dass für die neuen Technologien mindestens so hohe Sicherheitsstandards gelten müssen wie bei den herkömmlichen.

Erstellt: 29.06.2019, 11:12 Uhr

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