Deckungsgrad der Pensionskassen ist gesunken

Negative Anlagerenditen und Unsicherheiten an den Märkten wirken sich auf das Pensionsvermögen aus. Die Situation könnte sich noch zuspitzen.

Vorsorgeverpflichtungen nur noch zu 81 Prozent gedeckt: Das tiefe Zinsniveau wirkt sich auf den Deckungsgrad der Pensionskassen aus. Foto: Christof Schuerpf, Keystone

Vorsorgeverpflichtungen nur noch zu 81 Prozent gedeckt: Das tiefe Zinsniveau wirkt sich auf den Deckungsgrad der Pensionskassen aus. Foto: Christof Schuerpf, Keystone

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Die Bilanzen der Schweizer Unternehmen haben sich 2018 mit Blick auf die Pensionspläne verschlechtert. Gründe dafür sind in den negativen Anlagerenditen und den anhaltenden Unsicherheiten an den Märkten zu finden. Insgesamt sind die Pensionskassen aber immer noch gut positioniert.

Der durchschnittliche Deckungsgrad – also das Verhältnis von Pensionsvermögen zu Pensionsverpflichtungen – der dreissig grössten Unternehmen der Schweizer Börse sankt 2018 um 4 Prozent. Somit waren die Vorsorgeverpflichtungen nur noch zu 81 Prozent nach 85 Prozent im Vorjahr durch die entsprechenden Planvermögen gedeckt, wie das Beratungsunternehmen Willis Towers Watson in einem am Dienstag veröffentlichten Bericht schreibt.

Die Verschlechterung basiert auf einem Rückgang der Vorsorgeverpflichtungen um 4,4 Milliarden Franken oder 2,2 Prozent, während gleichzeitig die Planvermögen um 4,0 Milliarden beziehungsweise 4,4 Prozent abnahmen. Damit seien die Unternehmen insgesamt aber immer noch gut positioniert, hält das Beratungsunternehmen fest.

Schweiz fällt im internationalen Vergleich zurück

Vor dem Hintergrund, dass mit AXA einer der wichtigsten Anbieter von Kollektiv-Vollversicherungslösungen aus diesem Markt ausgeschieden ist, werde es aber schwieriger, das Langleberisiko der Pensionskassen über den Markt zu garantieren.

Weltweit sind die Deckungsgrade 2018 gesunken. Der durchschnittliche Deckungsgrad von (US-)Unternehmen, zusammengefasst im Willis Towers Watson Pension 100 Index, fiel auf 86 Prozent von 87 Prozent im Vorjahr. Damit fällt die Schweiz mit einem Deckungsgrad von 81 Prozent im internationalen Vergleich zurück.

Das schlechtere Abschneiden der Schweiz im Vergleich zu anderen Ländern führt WillisTowersWatson vor allem auf das viel tiefere Zinsniveau der Schweiz infolge der Negativzinspolitik der Nationalbank zurück.

Getrübte Aussichten

«Wenn die Zinsen weiterhin tief bleiben oder sogar weiter fallen, wie zurzeit weltweit beobachtet werden kann, führt dies zu weiter erhöhten Verpflichtungen», sagt in der Mitteilung Pensionskassenexperte Peter Zanella. Dies erhöhe den Finanzierungsbedarf und erfordere unter Umständen Änderungen der Anlagestrategie sowie Leistungsanpassungen.

Die Pension Risk Studie von Willis Towers Watson untersucht die Vorsorgeverpflichtungen sowie die Höhe und Entwicklung des Vorsorgeaufwands der Unternehmen des Swiss Leader Index (SLI). Dieser Index setzt sich aus den 20 SMI-Unternehmen und den 10 grössten Werten der 30 SMI Mid Cap Titel zusammen. (ij/sda)

Erstellt: 02.07.2019, 10:36 Uhr

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