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Der Fall Falciani holt die Bank HSBC ein

Die französische Justiz verfügt offenbar über genügend Beweise, um die Genfer Bank HSBC wegen Steuerdelikten einzuklagen. ­Bis zur Anklageerhebung könnte es nicht mehr lange dauern.

2008 setzte sich ein Ex-Mitarbeiter mit Kundendaten nach Frankreich ab: HSBC Private Bank in Genf. Foto: Valentin Flauraud (Reuters)
2008 setzte sich ein Ex-Mitarbeiter mit Kundendaten nach Frankreich ab: HSBC Private Bank in Genf. Foto: Valentin Flauraud (Reuters)

Die Genfer HSBC Private Bank steht im Verdacht, 3000 französischen Kunden geholfen zu haben, Vermögen am Fiskus vorbeizuschleusen. Diese Zahl nannte die französische Zeitung «Le Monde» in ihrer gestrigen Ausgabe, gestützt auf Akten von Pariser Strafermittlern. Die Rede ist von 4 Milliarden Euro, die über «ein komplexes System von Scheinfirmen» unter dem Radar des Staates verschoben und versteckt worden seien. «Le Monde» schreibt, die HSBC habe Konten statt auf die Namen der Besitzer auf Namen von fiktiven Offshorefirmen eröffnet, über die sie Privatvermögen in der Folge verwaltete. Die Zeitung nennt ein konkretes Beispiel: Ein Franzose gab gegenüber den Ermittlern Ende Januar an, von seinem Vater ein Schweizer HSBC-Konto mit nicht deklariertem Geld geerbt zu haben. Um das Geld vor dem französischen Fiskus zu verstecken, habe ihm die Bank für 3000 Euro in Panama eine Offshorefirma namens Lotsun eröffnet und über deren Konto 5 Millionen Euro Vermögen verwaltet. Auf der Liste mutmasslicher Steuersünder stehen offenbar Namen prominenter Geschäftsmänner, Bankiers und Anwälte.

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