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Der Untergang des Löwen

Die Credit Suisse schluckt die über 200-jährige Bank Clariden Leu und löst die Marke auf. Es ist das Ende einer Ära – und das Symptom einer weitreichenden Entwicklung in der Bankenwelt.

Man nannte sie die Löwen, die Mitarbeiter der Bank Leu. Ihre Konkurrenten waren die Bären, die Mitarbeiter von Julius Bär. Über 100 Jahre lang waren die beiden Privatbanken Kollegen: Von der Gründung der Bank Bär 1890 – die Bank Leu war schon 1755 gegründet worden – bis ins 21. Jahrhundert. Doch dann gingen der Löwe und der Bär einem unterschiedlichen Schicksal entgegen. Weil die neue Zeit des Private Banking mit ihren Rechtsvorschriften und Informatiksystemen sie dazu zwang.

Julius Bär bewahrte seine Unabhängigkeit und ging 2005 an die Börse. Bank Leu hingegen wurde 1990 von der Credit Suisse geschluckt, die sie 2007 mit der ebenfalls aufgekauften Clariden Bank und weiteren erworbenen Privatbanken zur Clariden Leu fusionierte. Jetzt, 256 Jahre nach der Gründung der Bank, schafft die Grossbank den Löwen ab. Der Schriftzug am bekannten Jugenstilgebäude an der Bahnhofstrasse 32 wird abgehängt. 550 Stellen verschwinden.

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