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Der zweite «Chodorkowski» ist frei

In Russland wurde bereits von einem zweiten Fall Chodorkowski gesprochen. Doch der russische Milliardär Wladimir Jewtuschenkow ist trotz Geldwäsche-Vorwürfen wieder auf freiem Fuss.

Verbindungen in die höchsten politischen Kreise: Jewtuschenkow (rechts) bei einem Treffen mit Putin.
Verbindungen in die höchsten politischen Kreise: Jewtuschenkow (rechts) bei einem Treffen mit Putin.
Keystone

Der wegen Geldwäsche-Vorwürfen unter Hausarrest gestellte russische Milliardär Wladimir Jewtuschenkow ist wieder frei. Dies bestätigte am Freitag eine Sprecherin von Jewtuschenkows Konzern Sistema .

Zuvor hatte die Nachrichtenagentur Interfax die Freilassung gemeldet. Die russische Aktienbörse reagierte mit Kursgewinnen auf die Nachricht. Die Papiere des Mischkonzerns Sistema legten mehr als zehn Prozent zu.

Hintergrund der Affäre war die Übernahme des Ölkonzerns Bashneft durch Sistema vor fünf Jahren. Die Staatsanwaltschaft hat nach eigenen Angaben Hinweise darauf, dass dabei illegale Machenschaften eine Rolle spielten und Jewtuschenkow daran beteiligt war.

Anschuldigungen «substanzlos»

Zuletzt war spekuliert worden, dass Russlands staatlich kontrollierter Ölriese Rosneft, dessen Chef Igor Setschin als enger Vertrauter von Präsident Wladimir Putin gilt, Interesse an Bashneft hat. Sistema wies die Anschuldigungen gegen Jewtuschenkow als substanzlos zurück.

Ein einflussreicher Unternehmerverband hatte den Hausarrest als politisch motiviert bezeichnet und mit dem Fall des Regierungskritikers und früheren Chefs des mittlerweile zerschlagenen Ölkonzerns Yukos, Michail Chodorkowski, verglichen. Er sass jahrelang in Haft. Seine Festnahme hatte das Vertrauen internationaler Anleger in Russland untergraben.

SDA/ldc

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