Deutsche Bahn bietet Fernbusfahrten von Chur an

Nach Flixbus mischt auch die Deutsche Bahn im Schweizer Fernbusmarkt mit. Die SBB ist nicht beteiligt, doch will man nicht von Konkurrenz sprechen.

Kooperiert bei Fahrten von Zürich nach München mit den SBB: Ein IC-Bus der Deutschen Bahn am Busbahnhof in Zürich. (Archiv)

Kooperiert bei Fahrten von Zürich nach München mit den SBB: Ein IC-Bus der Deutschen Bahn am Busbahnhof in Zürich. (Archiv) Bild: Steffen Schmidt/Keystone

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Ab 7. April startet die Deutsche Bahn IC-Busse von Chur aus. Mit ihnen ist man in rund dreieinhalb Stunden in München oder Mailand – in rund einer Stunde weniger als mit der Bahn. Ausserdem liegen die Preise bis zu viermal tiefer als bei den SBB.

«Was man da auf der Fahrplanauskunft von der Deutschen Bahn findet, ist schon ziemlich heftig», sagt Eisenbahnsystem-Experte Werner Stohler gegenüber «10vor10». Mit den IC-Bussen erreichen die Churer Fahrgäste München und Mailand ohne Umsteigen und mit freiem WLAN, ab 19 Euro. Für das Bahnticket bezahlt man 86 Franken.«Im Moment sieht es eindeutig nach Konkurrenz aus», so Werner Stohler. Im Informationssystem der DB sei der Bus angegeben, im Fahrplan der SBB jedoch nicht.

«Chur mit seinem wunderbaren Umland»

Die SBB bestätigen gegenüber «10vor10», dass sie, anders als bei der Strecke Zürich-München, am IC-Bus von und nach Chur nicht beteiligt sind. Von Konkurrenz will SBB-Konzernchef Andreas Meyer dennoch nicht sprechen: «Die bieten ein Angebot an. Das ist jetzt eine Verbindung, die wir in unserem bestehenden Eisenbahnnetz nicht fahren können.» Es sei eine unternehmerische Entscheidung, welche Angebote man neben den eigenen in den Fahrplan aufnehme, so Meyer.

Auch bei der Deutschen Bahn will man offiziell nicht von Konkurrenz sprechen. Man fahre die Strecke München-Mailand schon seit April 2016. «Da hat es sich angeboten, auch in Chur mit seinem wunderbaren Umland einen Halt einzulegen», sagt Knut Rothmann, Projektmanager der DB Fernverkehr.

Ohne zusätzliches Ticket umsteigen in die Rhätische Bahn

Der Kanton Graubünden freut sich über das zusätzliche Verkehrsangebot. Laut Erich Büsser, Vorsteher Amt für Energie und Verkehr Graubünden, diene es dem Tourismus. Die Zusammenarbeit mit der Deutschen Bahn wird enger sein als mit Flixbus, der ebenfalls in Chur die Strecken nach München und Mailand anbietet.

Der IC-Bus werde ins Bündner Tarifsystem integriert, so Erich Büsser zu «10vor10»: «Vom Startort München beispielsweise bis zum Zielort St. Moritz, das ist eine Reise, ein Ticket.» Man könne so vom IC-Bus in Chur ohne zusätzliches Ticket umsteigen in die Rhätische Bahn. (chi)

Erstellt: 21.03.2017, 20:58 Uhr

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