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Deutsche Bank fährt fast 7 Milliarden Euro Verlust ein

Rückstellungen für Rechtsstreitigkeiten bringen der Deutschen Bank massive Verluste. Diese wurden zwar erwartet, aber nicht in solcher Höhe.

Zum zweiten Mal in ihrer Geschichte schreibt die Deutsche Bank rote Zahlen: Firmenhauptsitz in Frankfurt. (Archivbild)
Zum zweiten Mal in ihrer Geschichte schreibt die Deutsche Bank rote Zahlen: Firmenhauptsitz in Frankfurt. (Archivbild)
AP/Michael Probst

Erst zum zweiten Mal schreibt der deutsche Branchenprimus Deutsche Bank Verluste. Diese sind aber mit 6,7 Milliarden Euro deutlich grösser als erwartet.

Die Deutsche Bank ist mit der ersten Jahresbilanz des neuen Chefs John Cryan noch tiefer in die roten Zahlen gerutscht als befürchtet. 2015 habe sich wegen hoher Ausgaben für Rechtsstreitigkeiten, Kosten für den laufenden Konzernumbau und Stellenstreichungen ein Verlust von rund 6,7 Milliarden Euro angehäuft, teilte die grösste deutsche Bank überraschend in Frankfurt mit.

Rückstellungen für Rechtsstreite

Experten hatten zwar wegen der bereits bekannten Ankündigung von Abschreibungen im Investmentbanking und im Privatkundengeschäft, Rückstellungen für juristische Auseinandersetzungen und Abfindungen bereits mit einem dicken Minus gerechnet. Sie hatten dabei aber ein Minus von etwas mehr als fünf Milliarden Euro erwartet.

Doch zu den bereits bekannten Kosten und Aufwendungen kommen im vierten Quartal weitere 1,2 Milliarden Euro für Rückstellungen, um die Folgen früherer Geschäfte juristisch zu beenden. Zudem drücken die Probleme im Privatkundengeschäft, in dem sich das Institut im laufenden Jahr unter anderem von der Postbank trennen will, auf das Ergebnis.

Insgesamt belasteten die Kosten für die Neuausrichtung und Abfindungen das Ergebnis im vierten Quartal mit rund 800 Millionen Euro - zudem müssten weitere 100 Millionen Euro abgeschrieben werden, so dass sich die Sonderbelastungen im vierten Quartal auf etwas mehr als zwei Milliarden Euro belaufen.

Zweiter Verlust in der Geschichte der DB

Es ist der grösste Jahresverlust für den deutschen Branchenprimus und der zweite seit 2008. In der Finanzkrise hatte die Deutsche Bank erstmals in einem Gesamtjahr rote Zahlen geschrieben und rund 3,9 Milliarden Euro Verlust gemacht.

Für 2014 hatte die Deutsche Bank noch rund 1,7 Milliarden Euro Gewinn ausgewiesen - mehr als doppelt so viel wie ein Jahr zuvor. Aktuell läuft aber die US-Konkurrenz der Deutschen Bank davon: JPMorgan, Citigroup, Morgan Stanley, Bank of America und Wells Fargo vermeldeten sämtlich Milliardengewinne für 2015.

SDA/ofi

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