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Dicke Überraschung von der UBS

Der Bankkonzern weist für das zweite Quartal einen Reingewinn von 2,0 Milliarden Franken aus – mehr als von Fachleuten erwartet. Der Abfluss an Kundengeldern ist ebenfalls geringer als prognostiziert.

Geringere Fluchtneigung: Kunden in der UBS-Zentrale in Zürich.
Geringere Fluchtneigung: Kunden in der UBS-Zentrale in Zürich.

Die UBS hat im zweiten Quartal 2010 einen Reingewinn von 2,005 Milliarden Franken eingefahren. Das Ergebnis der Grossbank liegt nur moderat tiefer als im ersten Quartal, als der Gewinn 2,2 Milliarden betragen hatte. Der Geldabfluss – laut Konzernchef Oswald Grübel die grösste Baustelle der Bank – ging im zweiten Quartal zwar weiter, konnte aber massiv eingedämmt werden: Kunden zogen zwischen April und Juni 4,7 Milliarden von der Bank ab. Im ersten Quartal waren es noch 18 Milliarden gewesen, wie die UBS am Dienstag mitteilte.

Von der Finanznachrichtenagentur AWP befragte Analysten hatten im Schnitt mit einem Reingewinn von 856 Millionen bis 1,46 Milliarden gerechnet. Beim Geldabfluss hatten sich die Schätzungen der Experten zwischen 11 und 13,4 Milliarden bewegt. Nun waren es 2,0 Milliarden beim Reingewinn und 4,7 Milliarden beim Geldabfluss.

Das dritte Mal schwarze Zahlen

Die UBS hat zum dritten Mal in Folge ein Quartal mit schwarzen Zahlen abgeschlossen. Im zweiten Quartal 2010 sticht vor allem das Investmentbanking heraus, wo der Vorsteuergewinn im Vergleich zum Vorquartal um rund 10 Prozent auf 1,31 Milliarden Franken gesteigert werden konnte.

Wie bei anderen Banken ist der Handel mit festverzinslichen Wertpapieren zurückgegangen, doch profitierte die UBS an anderer Stelle von starken Kundenaktivitäten. «Wir waren besonders stark im Aktienhandel (Equities) und bei den Fremdwährungen», sagte Finanzchef John Cryan während einer Telefonkonferenz am Dienstag.

Plus im Geschäft mit Schweizer Kunden

Den Anstieg der Equity-Erträge um 9 Prozent auf 1,365 Milliarden Franken bezeichnete die Grossbank als Beleg für die Stärke des grössten Bereichs des Handels- und Kommissionsgeschäfts. Leicht zurückgegangen ist das Vorsteuerergebnis in der Vermögensverwaltung (Wealth Management) und im Schweizer Geschäft – bei konstantem Geschäftsertrag. Der Gewinn der Sparte sank gegenüber dem Vorquartal um 3 Prozent auf 1,13 Milliarden, wie die UBS am Dienstag mitteilte.

Der Rückgang ist laut der UBS durch den höheren Geschäftsaufwand bei der Vermögensverwaltung begründet. Das Schweizer Privat- und Firmenkundengeschäft konnte das Quartal dagegen mit einem Gewinnplus abschliessen. Sowohl im Wealth Management als auch im Schweizer Geschäft verringerte sich der Nettoneugeld-Abfluss.

Verluste bei Vermögensverwaltung in Amerika

Rote Zahlen schrieb die Vermögensverwaltung auf den amerikanischen Kontinenten (Wealth Management Americas). Der Vorsteuerverlust belief sich auf 67 Millionen Franken, wobei der Geschäftsertrag um 9 Prozent auf 1,49 Milliarden stieg. Für den Verlust macht die UBS ausserordentliche Kosten in Zusammenhang mit der Rationalisierung des amerikanischen Gebäudeportfolios geltend.

Um 15 Prozent gesunken ist der Spartengewinn bei der Vermögensverwaltung für institutionelle Anleger (Asset Management). Er belief sich auf 117 Millionen Franken. Grund dafür ist gemäss Angaben der UBS unter anderem der höhere Geschäftsaufwand aufgrund von höheren Bonuszahlungen für das vergangene Jahr.

Dividende? Kein Thema

Im Gegensatz zum Vorquartal verzeichnete das Asset Management netto erstmals wieder einen Zufluss von Kundengeldern. Eine Dividende ist für die UBS weiterhin kein Thema. «Wir müssen erst Kapital aufbauen», sagte Finanzchef Cryan zu diesem Thema im Rahmen der Telefonkonferenz.

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