Diese 205 Millionen sind erst der Anfang

Postauto muss das Vertrauen von Bevölkerung und Politik zurückgewinnen. Der Deal mit der öffentlichen Hand ist ein kleiner Schritt, aber ein wichtiger.

Noch ermittelt das Bundesamt für Polizei im Postauto-Skandal.

Noch ermittelt das Bundesamt für Polizei im Postauto-Skandal. Bild: Keystone

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Einen weiteren heiklen Punkt in der Aufarbeitung des Postauto-Skandals um falsch verbuchte Subventionen hat die Schweizerische Post bereinigen können. Nach der Präsentation des unabhängigen Expertenberichts im Sommer zu den internen Vorgängen hat sich der gelbe Riese nun mit den Kantonen geeinigt, wie viel Geld der staatsnahe Betrieb der öffentlichen Hand zurückerstattet. Die Summe fällt deutlich höher aus als die bisher angenommenen 78,3 Millionen Franken für die Zeit von 2007 bis 2015. Es sind total 188 Millionen Franken. Zudem zahlt die Post für die Tricksereien vor 2007 freiwillig 17,2 Millionen zurück. Macht zusammen satte 205 Millionen Franken.

Die Post wird das zusätzliche Geld ohne Wenn und Aber aufwerfen. Verwaltungsratspräsident Urs Schwaller selber hat öffentlich versprochen, das Unternehmen werde jeden geschuldeten Franken zurückzahlen. Daran wird der ehemalige CVP-Parlamentarier gemessen. Nur mit beglichenen Schulden gegenüber dem Steuerzahler kann der Neuanfang von Postauto gelingen.

Topmanagement durch neue Köpfe ersetzt

Bis das Vertrauen der Öffentlichkeit ins symbolträchtige Busunternehmen mehrheitlich wiederhergestellt ist, wird es aber noch lange dauern. Meldungen wie jene von dieser Woche, wonach Postauto seinen Chauffeuren Zulagen und Spesen in der Höhe von zwei Millionen Franken vorenthalten hat, tragen nicht dazu bei.

Dabei hatte die Post auf personeller Ebene den Weg freigemacht für eine Umkehr vom missbräuchlichen Regime bei der Tochtergesellschaft. Konzernchefin Susanne Ruoff und zwei Verwaltungsräte sind zurückgetreten. Das gesamte Topmanagement von Postauto wurde freigestellt und fast vollständig durch neue Köpfe ersetzt. Der Chef von Postauto in Frankreich musste ebenfalls gehen, wie heute bekannt wurde.

Doch erst wenn die Verantwortlichkeiten für die Betrügereien geklärt sind, kann von einem ehrlich gemeinten Neubeginn die Rede sein. Wer unter den ehemaligen und amtierenden Führungskräften hat was veranlasst, was gewusst und inwieweit weggeschaut? Das Bundesamt für Polizei ermittelt derzeit zu diesen verwaltungsstrafrechtlichen Fragen. Die Antworten darauf sind möglicherweise wertvoller als das Geld, das die Kantone zurückerhalten.

Erstellt: 21.09.2018, 15:23 Uhr

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