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Die Grösse macht den A380 nicht zum besseren Flieger – im Gegenteil

Die Produktion des Superjumbos wird eingestellt, und viele Passagiere finden das traurig. Warum eigentlich?

Das Aus für den Riesenflieger: Die Produktion des A380 wird eingestellt. (14. Februar 2019) Video: AFP

Superjumbo – allein der Übername des Airbus A380 zeigt, was für eine Faszination der Doppelstöcker von Beginn weg auslöste. Ein Flugzeug der Superlative: Bis zu 800 Plätze! Eine Bar! Ein Bad mit Dusche! Und vom Aussehen her so unverwechselbar, dass ihn auch Menschen ohne aerosexuellen Hintergrund von weitem erkennen können – wohl auch, weil der Jet eher einem Pottwal gleicht als einem eleganten Vogel.

Passagiere, so hiess es auch diese Woche nach Bekanntwerden des Produktionsstopps immer wieder, liebten den Flieger trotzdem. Viele würden Flüge sogar extra buchen, nur weil ein A380 auf der Strecke fliegt. Aber warum nur? Ganz ehrlich: Duschen ist bei Emirates nur in der First Class möglich, die Bar ist ebenfalls nur Premium-Passagieren zugänglich. Und die Mehrheit der Reisenden fliegt weiterhin Holzklasse.

Ein A380 der Lufthansa fährt über eine Brücke des Flughafens Leipzig/Halle. (Archiv) Bild: EPA via Keystone
Ein A380 der Lufthansa fährt über eine Brücke des Flughafens Leipzig/Halle. (Archiv) Bild: EPA via Keystone

Als Grund für die Liebe der Passagiere wird immer wieder das Raumgefühl genannt. Dank hoher Decken fühle man sich nicht mehr in einer schmalen Röhre eingeengt. Aber: Airbus und Boeing haben inzwischen Jets wie den A350 oder den Dreamliner entwickelt, die das schaffen, ohne dafür zwei Stockwerke, vier Triebwerke und entsprechend viel Treibstoff zu verbrauchen. Und: Das erhabene Raumgefühl endet für den Passagier beim Aussteigen. Ausgerechnet die Grösse des A380 kann nach der Landung die Nerven der Passagiere strapazieren. Wer mit einem A380 landet, muss rennen – oder er hat Hunderte andere Menschen vor sich an der Passkontrolle. Das kann zu stundenlangen Wartezeiten führen.

Grösse allein ist nicht alles – und eine imposante Erscheinung rettet nicht vor dem Untergang. Pottwale sollen eben nicht fliegen, sondern gehören ins Meer. Wie in der Evolution wird der Superjumbo also von einer ihrer Umwelt besser angepassten Spezies verdrängt: kleineren, hocheffizienten Langstreckenjets.

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