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Die grossen Pläne von Scheich Ahmed Bin Saed Al Maktum

Mit einer Flotte von neunzig A380-Maschinen will die arabische Airline Emirates Dubai zum internationalen Drehkreuz machen.

Glückliche Gesichter: Emirates-Konzernchef Ahmed bin Saeed Al Maktoum, Bundeskanzlerin Angela Merkel und Airbus-Präsident Tom Enders.
Glückliche Gesichter: Emirates-Konzernchef Ahmed bin Saeed Al Maktoum, Bundeskanzlerin Angela Merkel und Airbus-Präsident Tom Enders.
Keystone

Die Manager genossen sichtlich die Aufmerksamkeit über den Milliardenauftrag. «Wir sind sehr glücklich und stolz darauf», sagte Airbus-Chef Tom Enders, als er mit Emirates-Konzernchef Ahmed Bin Saed Al Maktum auf der Bühne sass.

Die arabische Gesellschaft Emirates will 32 zusätzliche A380 kaufen und brachte für die Ankündigung extra einen ihrer Riesenflieger nach Berlin-Schönefeld auf die Luftfahrtmesse ILA. Der Auftrag hat ein Volumen von 11,5 Milliarden Dollar, umgerechnet 9,6 Milliarden Euro, und ist damit laut Airbus der grösste in der Geschichte der zivilen Luftfahrt.

95 Prozent der Weltbevölkerung erreichbar

Al Maktums Fluggesellschaft aus Dubai hat viel vor: Sie baut das Drehkreuz am Golf immer weiter aus und wird im Jahr 2017 insgesamt allein 90 A380 in ihrer Flotte haben. Eigentlich hätte das Unternehmen Interesse an einer Langversion des ohnehin grössten Passagierflugzeuges gehabt. Doch wegen der Probleme mit der Produktion hat Airbus das Projekt A380-900 zurückgestellt.

Emirates kommt bei seinem rasanten Wachstum auch seine günstige Lage im Nahen Osten zugute. Von Dubai aus kann man mit dem A380 rund 95 Prozent der Weltbevölkerung erreichen, wie der amerikanische Airbus-Veteran Leahy vorrechnete. Damit eignet sich der Riesenvogel perfekt für ein Liniennetz, das von einem grossen Drehkreuz ausgeht. Die wenigsten Emirates-Passagiere wollen wirklich in die Emirate. Die meisten von ihnen nutzen Dubai nur zum Umsteigen.

«Hub» gegen Direktverbindung

Hinter dem A380 steht die Erwartung, dass viel Luftverkehr weiter über Drehkreuze wie Dubai, Singapur, London, Frankfurt oder Paris abgewickelt wird. Damit positioniert sich Airbus klar gegen Erzkonkurrenten Boeing, der zwar eine Neuauflage des Urjumbos 747 plant, aber mit der neuen 787 auf einen Flieger setzt, der weniger Passagiere über weite Strecken befördern kann. Der Vorteil: bequeme Direktverbindungen ohne Umsteigen in verspätungsanfälligen Flughafen-Molochs. Airbus dagegen argumentiert, dass so viele Flugzeuge nicht durch die Flugkorridore geleitet werden können und will deswegen mehr Menschen in grösseren Maschinen unterbringen.

Für die A380-Verkäufer bei Airbus ist das Jahr mit dem Grossauftrag im Prinzip gelaufen. Eigentlich wollte das Unternehmen in diesem Jahr 20 verkaufen. Nun sind es 32, und Leahy berichtete von Verhandlungen mit weiteren Fluggesellschaften in der ganzen Welt. Im Jahr 2015 soll der A380 den Break-Even-Punkt erreichen - erst dann schreibt das Projekt Gewinne, das Airbus und seine Mutter EADS vor vier Jahren in eine tiefe Krise stürzte.

dapd/jak

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