Die Post sägt am eigenen Ast

Die Post spielt mit ihrem Vorgehen jenen in die Hände, die das Restmonopol gerne fallen sähen.

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Es ist ein schwieriges Unterfangen, der Post Marktanteile streitig zu machen – ihre Position ist nach Jahrzehnten als Monopolistin zementiert. Davon können die privaten Paketdienstleister ein Lied singen. Obwohl der Paketmarkt in der Schweiz vor über zehn Jahren liberalisiert wurde, hat die Post immer noch einen Marktanteil von rund 80 Prozent.

Noch schwieriger ist der Kampf gegen den übermächtigen Konkurrenten im Briefmarkt. Das Unternehmen Quickmail, der einzige Herausforderer der Post auf dem Gebiet, hat in acht Jahren einen Marktanteil von nur gerade 1,5 Prozent erobert. Die Politik gewährt der Post mit dem Restmonopol einen ungleich längeren Spiess. Nur sie darf Briefe bis 50 Gramm ausliefern. Das nützt die Post mit ihrem Preissystem geschickt aus. Sie gewährt Kunden Rabatte abhängig vom Briefvolumen, wobei sowohl Sendungen über 50 Gramm gezählt werden als auch solche aus dem Monopolbereich. Nur sie kann solche Koppelungsrabatte anbieten, weshalb diese umstritten sind und derzeit im Parlament über ein Verbot debattiert wird.

Post überspannt den Bogen

Die Wettbewerbskommission (Weko) hat in ihrer sechsjährigen Untersuchung festgestellt, dass sich die Post mit diesem Wettbewerbsvorteil nicht zufriedengibt. Ihr Rabattsystem sei intransparent und werde nicht einheitlich angewandt, sagt die Behörde. So behindere die Post ihre Konkurrentin Quickmail und diskriminiere bestimmte Kunden. Damit überspannt sie den Bogen.

Die Post spielt mit diesem Vorgehen jenen in die Hände, die das Restmonopol lieber heute als morgen fallen sähen. Dabei vertritt sie klar die Position, der reservierte Dienst, wie das Briefmonopol offiziell heisst, sei ein wesentlicher Beitrag zu Finanzierung der Grundversorgung. «Ohne dieses Restmonopol wäre aus Sicht der Post die Finanzierung der Grundversorgung infrage gestellt», so der Staatskonzern. Gleichzeitig sind sich viele Experten einig: Die Post brauchte das Monopol eigentlich gar nicht mehr. Wenn sich die Post weiterhin so gebärdet, fällt es womöglich früher, als ihr lieb ist.

Erstellt: 18.12.2017, 19:53 Uhr

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