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Die Postfinance als Opfer eines Hackerangriffs?

Die Postfinance schloss am Montagnachmittag das Spendenkonto von Wikileaks. Am Abend war die Webseite des Finanzdienstleisters zeitweise nicht mehr erreichbar.

Zog Postfinance die Wut von Wikileaks-Anhänger auf sich?: Postfinance-Filiale in Bümpliz.
Zog Postfinance die Wut von Wikileaks-Anhänger auf sich?: Postfinance-Filiale in Bümpliz.
Keystone

Am Montagabend war die Website der Postfinance über längere Zeit schlecht oder nicht erreichbar. Dies meldeten mehrere Postfinance-Kunden gegenüber Redaktion Tamedia.

Der Grund dafür könnte eine Hackerattacke sein. Möglich ist auch, dass die Seite aufgrund eines gesteigerten Interesses, im Zusammenhang mit der Sperrung des Wikileaks-Kontos, zeitweise nicht mehr zu erreichen war. Die Postfinance selbst war am späten Abend nicht mehr für eine Stellung erreichbar. Die Schweizer Piratenpartei, die Inhaberin der Internetadresse Wikileaks.ch, distanzierte sich in einer Nachricht auf Twitter «vehement von solchen widerrechtlichen Aktionen». Am späteren Abend war die Webseite von Postfinance dann wieder zu erreichen.

Wichtiges Spendenkonto

Am Montagnachmittag schloss Postfinance das Konto, über das bislang Spenden für die Enthüllungsplattform im Internet liefen. Grund war, dass Assange bei der Kontoeröffnung falsche Angaben zu seinem Wohnort gemacht habe, schrieb Postfinance am Montag in einer Mitteilung.

Laut dem Schreiben hat der australische Staatsbürger Assange bei der Eröffnung des Kontos als Wohnort Genf angegeben. Dies habe sich «bei einer Überprüfung der Daten als unwahr» herausgestellt. Die Postfinance habe jedoch in diesem Fall zur Voraussetzung gemacht, dass Assange in der Schweiz wohne. Darum sei sie nun berechtigt, das Konto zu schliessen.

Kriegskasse der Organisation

Könne das Geld nicht transferiert werden, dann werde es auf ein Sperrkonto überwiesen, «bis jemand kommt, der darauf eine rechtlichen Anspruch hat», fügte Andrey an. Mit der Sperrung dürfte es für Wikileaks schwieriger werden, an Spenden zu kommen.

Letzte Woche war bekannt geworden, dass der Julian Assange Defence Fund unter der Nummer 91-765019-6 ein Konto bei der Postfinance hat. Der Fonds zahlt laut Wikileaks die «Verteidigungskosten» Assanges und seiner Mitarbeiter. Am Sonntag hatte die Postfinance angekündigt, man überprüfe die Geschäftsbeziehungen mit Julian Assange. «Wir klären ab, ob Julian Assange tatsächlich einen Wohnsitz in Genf hat.»

Auf Druck der USA

Am Wochenende hatte auch der Internet-Bezahldienst PayPal sein Wikileaks-Konto wegen angeblicher «Verletzung der Nutzungsbedingungen» gesperrt. Beobachter gehen davon aus, dass die Tochtergesellschaft des Internet-Auktionshauses Ebay seine Geschäftsbeziehung zu Wikileaks auf Druck der USA hin beendet hat.

Eine wichtige Geldquelle für Wikileaks ist die nach einem 2001 verstorbenen Aktivisten des Chaos-Computer-Clubs (CCC) benannte Wau-Holland-Stiftung in Deutschland. Diese ruft zu Spenden für Wikileaks auf und leitet sie an das Portal weiter.

Die Stiftung erklärte am Montag, Spenden seien weiter möglich. Mit der Sperrung des Bezahldienstes PayPal sei das Spenden nur etwas teurer geworden, sagte der Vorsitzende der Stiftung, der Bielefelder Winfried Motzkus, der Nachrichtenagentur DPA.

SDA/mrs/oku

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