«Die Preise im Markt werden sinken»

Olaf Swantee hat die Übernahme von UPC eingefädelt. Der CEO von Sunrise über die hohen Kosten, den Preiskampf und die Angst der Mitarbeiter.

Fusion ist perfekt: Sunrise-CEO Olaf Swantee äussert sich zum Deal mit UPC. (Video: SDA)

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Olaf Swantee, wie haben Sie das vorläufige Zustandekommen des Deals zum Kauf von UCP gefeiert?
Eigentlich den ganzen Tag, in dem ich meine Begeisterung für diese Übernahme Investoren, Medien und Mitarbeitenden erklären durfte. Die Akquisition von UPC Schweiz ist für uns eine Riesenchance, viele Stärken in einem grösseren Unternehmen zusammenzuführen. Und alle können davon profitieren.

Sunrise zahlt 6,3 Milliarden Franken. Machte Sie ein solcher Milliardenbetrag nie nervös? Das ist wohl die höchste Ausgabe, die Sie je getätigt haben...
Wir übernehmen hier ein praktisch gleich grosses Unternehmen. Die Aussichten für das kombinierte Unternehmen sind sehr gut. Daher ist es ein guter Preis. Wir sind zuversichtlich, dass die Aktionäre den Kauf unterstützen werden.

Wie werden Sie den Milliardenbetrag finanzieren?
Wir zahlen einen Teil cash, wir gehen neue Aktionäre an, die in das kombinierte Unternehmen investieren, und wir übernehmen Kredite der UPC.

Nach dem Kauf von UPC wird Sunrise im Schweizer Markt viel bedeutender. Starten Sie den Grossangriff auf die Swisscom?
Wir stehen nicht jeden Morgen auf, um zu schauen, was die Konkurrenz macht. Wir konzentrieren uns auf unsere Strategie: beste Qualität, innovative Angebote, guter Preis – und wir haben viel Erfolg damit. Das zeigen unsere Jahreszahlen.

Wie werden die Kunden den Kauf von UPC spüren?
Sie werden von einer einzigartigen Infrastruktur aus 4G und 5G, Kabelnetz und Glasfaser sowie von besseren Kombiangeboten mit Mobilfunk profitieren können.

Sunrise und UPC haben je nach Abos und Dienstleistung unterschiedliche Preise. Werden die Abos künftig auf dem günstigeren oder dem höheren Preis angesetzt? Wir wollen mit dem neuen Unternehmen Marktanteile gewinnen mit Qualität, Service und konkurrenzfähigen Preisen. Der Wettbewerb wird sich verschärfen und die Preise im Markt werden sinken.

Die Mitarbeiter und Personalverbände machen sich wegen der Übernahme Sorgen wegen eines Jobabbaus. Wird es zu Entlassungen kommen?
Ja, bei den Doppelfunktionen auf Manager-Stufe und im Administrationsbereich. Gleichzeitig werden wir in den Kundenservice und in technische Ressourcen investieren, wo es dann wohl neue Jobs gibt.

War es für die Übernahme ein Vorteil, dass Sie mit Peter Kurer einen Ex-Banker, der sich mit solchen Mega-Deals auskennt, als Sunrise-Präsident haben?
Peter Kurer ist ein sehr erfahrener und umsichtiger Verwaltungsratspräsident und spielt insbesondere bei Geschäften von diesem Umfang eine wichtige Rolle.

(Übernahme von 20 Minuten, bearbeitet von Redaktion Tamedia. Das Interview wurde schriftlich geführt.) (fal)

Erstellt: 28.02.2019, 18:22 Uhr

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