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«Die Schweiz ist unberechenbar geworden»

Der Logistikriese Kühne & Nagel erwägt, Teile des Konzerns aus der Schweiz abzuziehen. Als Grund nennt das Management die Masseneinwanderungsinitiative.

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Seit den 90er-Jahren in der Schweiz angesiedelt: Der Hauptsitz von Kühne + Nagel in Schindellegi.
Seit den 90er-Jahren in der Schweiz angesiedelt: Der Hauptsitz von Kühne + Nagel in Schindellegi.
Keystone

Seit 1994 ist Kühne & Nagel an der Schweizer Börse registriert. Seinen Hauptsitz hat der milliardenschwere Logistikkonzern in Schindellegi im Kanton Schwyz. Fragt sich nur, wie lange noch. Gegenüber der «Welt am Sonntag» gab Mehrheitsaktionär Klaus-Michael Kühne seine Abwanderungsgelüste bekannt: «Die Schweiz ist unberechenbar geworden. Das Land kann nicht auf einer Insel leben».

Der Transportunternehmer erwägt offenbar Teile des Konzerns aus dem Land zu verlagern. Als Grund nennt Kühne die angenommene Masseneinwanderungsinitiative: «Sollte es tatsächlich zu Einschränkungen in der Zuwanderung kommen, müssen wir einen Teil unserer Hauptverwaltung irgendwo anders ansiedeln.» Sein Konzern brauche Topmanager aus vielen Ländern. In der Schweiz sei es populär geworden, unkonventionell abzustimmen, sagt Kühne.

Der deutsche Unternehmer steht oft an vordester Front, wenn es darum geht, aus politischen Veränderungen Konsequenzen zu ziehen: Im vergangenen Oktober drohte Kühne bereits einmal das Unternehmen aus dem Land abzuziehen, sollte die 1:12-Initiative der Juso angenommen werden.

«In der Schweiz entsteht eine Neidkultur»

Der 76-jährige sieht zudem die hohen Managerlöhne als Problem: «In der Schweiz entsteht dadurch eine Neidkultur, wie es sie in Deutschland schon lange gibt». Dies könne nur, so Kühne, zu weiteren Volksabstimmungen führen, mit denen Verwaltungshonorare und Managergehälter begrenzt würden.

Das Unternehmen Kühne & Nagel setzte im letzten Jahr über 20 Milliarden Schweizer Franken um. Mit über 56'000 Mitarbeitern an 900 Standorten in mehr als 100 Ländern zählt das Unternehmen zu den global führenden Logistikdienstleistern.

Mehr Gewinn trotz sinkendem Umsatz

Im ersten Quartal 2014 hatte der Konzern trotz sinkendem Umsatz mehr Geld verdient. Der Gewinn stieg gegenüber dem Vorjahr um knapp 12 Prozent auf 150 Millionen Franken. Der Betriebsgewinn auf Stufe Ebit lag 12,4 Prozent höher bei 190 Millionen Franken, wie das Unternehmen vergangene Woche mitteilte. Der Nettoumsatz sank um 1,3 Prozent auf 4,127 Milliarden Franken. Kühne Nagel begründete den Rückgang mit «plangemässen Veränderungen von Lagerkapazitäten, Ratenverfall und Margendruck in See- und Luftfracht».

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